Zwischenbilanz – Wie ich mich nach 4 Monaten Hamburg fühle

"Gute Heimfahrt!" rief ich meinem Vater hinterher, als er mit meinem Bruder im Schlepptau die Wohnung verließ. Endlich war der Umzug geschafft! Und als die Tür hinter mir ins Schloss fiel, fühlte ich mich seit langem wieder richtig Zuhause...

Ganze vier Monate ist das nun her. Eine kleine Ewigkeit, die ich nun schon hier lebe. Die Zeit verging unglaublich schnell, seit ich meinen neuen Job angefangen habe. Irgendwie ist ständig Freitag! Das mag jetzt erst mal gut klingen... nur leider ist auch genau so oft Montag.
Tatsächlich bin ich aber nach wie vor gerne auf Arbeit und abgesehen von diesem einen Tag, an dem ich mich aufgrund einer unschönen Auseinandersetzung am Vortag doch sehr gerne wieder im Bett verkrochen hätte, bin ich jeden einzelnen Tag gern auf Arbeit gegangen. So kann es gerne bleiben!
Auch wenn ich sehr viel aufgegeben und zurückgelassen habe, war es absolut richtig hier her zu kommen. Ich muss mir ehrlich selbst auf die Schulter klopfen, von allen Angeboten, die ich hatte, habe ich den denkbar besten Arbeitsplatz gewählt, den ich hätte haben können. Nicht nur die Arbeit an sich macht mir unglaublich viel Spaß, sondern auch das Umfeld trägt entscheidend dazu bei, dass ich mich extrem wohl fühle. Mein Team und auch viele der Kollegen sind für mich mittlerweile schon so etwas wie eine kleine Familie geworden - kein Wunder, sie sind auch die einzigen Menschen, die ich hier oben zu Gesicht bekomme. Aber ich wurde vom ersten Tag an super lieb aufgenommen und habe mich nicht einen einzigen Moment wie "Die Neue" gefühlt. Besser geht's nicht!

Auch an die Stadt und vor allem an das dauerhaft regnerische Wetter habe ich mich mittlerweile (beinahe zu sehr) gewöhnt. Bad Oldesloe ist zwar nicht die große Metropole, aber zum Wohnen genau richtig. Und für alles Andere habe ich ja Hamburg. Tatsächlich spielt sich mittlerweile ein großer Teil meiner Freizeit dort ab, nicht zuletzt, weil mein Fitnessstudio genau in der Hamburger Innenstadt liegt.

Fun Story - Ich verließ heute morgen, wie jeden Tag, das Haus um zur Arbeit zu fahren. Auf dem Parkplatz hinter meinem Haus stand auf ein Mal eine Kollegin vor mir! Ich musste tatsächlich zwei mal hingucken, eh ich mir sicher war, dass ich mir das nicht eingebildet hatte. Ja, sie war es wirklich. Und so stellten wir fest, dass wir seit 4 Monaten Nachbarn sind, ohne es bemerkt zu haben. So klein ist doch die Welt.. und trotzdem groß genug, um sich in der gesamten Zeit nicht ein einziges Mal über den Weg zu laufen.

Anfänglich war das Leben hier oben doch ein wenig einsam, aber mit der Zeit habe ich mir ein Netz aus Menschen und Aktivitäten aufgebaut, dass meine freie Zeit ein wenig bunter gestaltet. Ich habe mit einigen Fotografen gearbeitet, mich hier und da beim Volleyball eingebracht, alte Freundschaften wieder aufleben lassen und mich zunehmend mit dem Gedanken angefreundet, den ein oder anderen Abend zu sozialen Zwecken in Lüneburg zu verbringen.

Und auch wenn ich zwischenzeitlich skeptisch war, kann ich nur sagen, dass ich hier an einem Ort angekommen bin, an dem ich mir vorstellen könnte länger zu bleiben...