WWOOFing Farmen

Und so landeten wir im Paradies

06.11.2012  16:16

Jap, wir sind am Arsch der Welt angekommen, abgeschottet von jeglicher Zivilisation. Nachdem wir nun doch recht schnell aus Napier weggekommen sind und die vergangene Woche in Feilding in John Brebners Art Galerie (es war wohl doch keine Farm) verbracht hatten – verdammt cooles Ding übrigens, ich fange langsam an meine kreative Seite zu entdecken – sind wir nun in der Nähe von Palmerston North auf Highden Manor. Laut Internetbeschreibung ein altes Landschloss, macht aber eher den Anschein eines viel zu teuren Hotels mit deutlich zu protzigen Rosenbeeten, die nun Tag für Tag unsere Aufgabe sind. Es ist schön, keine Frage. Nur eben etwas too much für diese Gegend. Abgesehen davon, dass mir jeden Tag ein weiterer Teil meiner Beine vom mulchen abstirbt, geht es uns hier eigentlich ziemlich gut. Außer, dass uns das hauseigene Restaurant täglich kugelrund füttert… aber ich will mich nicht beschweren, die Gäste zahlen ein halbes Vermögen dafür und wir bekommen es quasi gratis. Nur so zur Info: wir arbeiten ca 6h am Tag und bekommen dafür Unterkunft und Verpflegung hier frei. Normalerweise kostet ein Zimmer zwischen 300-400 Dollar pro Nacht. Uns geht es also ziemlich gut! Man muss sich zwar erst daran gewöhnen, dass James, so eine Art Diener hier, jede Nacht mit dem Gewehr auf Opossumjagd geht, aber die Vorzüge machen es allemal wieder wett.

Stimmungsschwankungen

10.11.2012  21:48

So schnell kann hier die Laune kippen. Von meinen Stimmungen bekomme ich langsam ein Schleudertrauma… Gestern Abend noch war ich todesbetrübt, weil ich Schlaukopf die Bewerbungsfrist für die Uni verpasst habe, keine 10 Minuten später jedoch hüpften Chris und ich wie wild durch unsere Zimmer, weil wir eine fast-Zusage für einen Job in Wellington bekommen haben. Nun sind wir überglücklich und hochmotiviert, Chris hat sogar schon angefangen unseren Trip dort runter zu planen. So geht man mit sich und der Welt im Einklang ins Bett und schläft guten Gewissens ein. Natürlich macht mein verkorkster Schlafrhythmus mir aber auch hier einen Strich durch die Rechnung und lässt mich schon kurz nach der Dämmerung hellwach zurück. Man kann schon mal an seinem freien Tag um halb 7 aufstehen.
So trottet man frisch geduscht mit wunderhübscher Gesichtsmaske auf dem frischen Sonnenbrand in Richtung Küche, nur um dort festzustellen, dass der Kühlschrank leer ist und man wieder Pancakes machen muss. Die Stimmung kehrt allmählich zu „genervt“ zurück. Aber heute stand ja immerhin ein Ausflug nach Palmerston North auf dem Plan. Konnte also nur besser werden…

…oder auch nicht. Als wir von unserer Tour zurück kamen, wartete schon der nächste Schock auf uns. Während wir unterwegs waren, wurden unsere Zimmer mal eben an Gäste vergeben, unsere Sachen rausgeschmissen und herumliegende Dinge in Tüten gepackt, alles in einem kleinen Raum abgestellt, sodass man an nichts mehr wirklich herankam und wir wurden mal eben vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir mussten also umziehen und uns auch noch damit abfinden, dass James unsere Kleiderschränke samt Unterwäsche etc. in Mülltüten verpackt hatte. Christine und ich durften nun also in der Nachbarhütte schlafen. Ich hab ja echt nichts gegen Spontanität, aber meine Privatsphäre hätte ich schon ganz gern. Man hätte uns wenigstens informieren können. Ich war genau genommen also leicht sauer…

Ein Glück sind wir bald hier weg…