What happened since I moved to Hamburg

6 Wochen lebe ich nun hier... und schon jetzt bin ich gefühlt ein völlig neuer Mensch (bzw. erinnere ich mich in vielerlei Hinsicht sehr an mein altes Ich). Das Leben hier ist irgendwie freier, ungezwungener. Man traut sich mehr, wagt vieles. Nobody judges! Wer geglaubt hätte, mit einer 40h-Woche und ohne wirklich viele Kontakte würde es wohl sehr langweilig werden, der hat sich definitiv geirrt! ...hoppla, das war ja ich 😀

Auch wenn die Woche zugegebenermaßen recht voll ist, so findet sich doch immer noch genug Zeit um die Vorzüge dieser Stadt auszukosten. Vielen Dank an dieser Stelle an Rike, die es sich zur Aufgabe gemacht hat mich mit den Bars der Schanze vertraut zu machen und den besten Caipi der Stadt zu finden! Nichts ist schöner als mit alten Freunden eine neue Stadt zu entdecken...

Und auch die ersten Anzeichen des mich ständig umgebenden Luxus machen sich bemerkbar. Ob es die überteuerten Cocktails in der 20UP Bar im Empire Hotel sind, die man sich widerwillig leistet, nur um die traumhafte Aussicht auf den Hafen zu genießen oder ob es die paar Minuten sind, die man morgens länger im Bad verbringt, damit Haare und MakeUp on fleek sind und alles sitzt, weil man von den perfekt gestylten Menschen ringsum irgendwie eingeschüchtert ist und sich bereitwillig anpasst. Irgendwie spielt Geld hier halt doch eine ganz andere Rolle... ich hab keins, aber das ist gar nicht so wichtig. Ich muss es nicht haben, ich muss nur so aussehen. Und hey, den Rich Bitch Look hab ich absolut drauf 😀

Work, Work, Work!

Der erste Monat ist geschafft! Auch wenn ich mich immer noch frage, wie ich jemals mit den ganzen Programmen klar kommen soll, gewöhne ich mich allmählich an die 40h-Woche. Zugegeben, ich vermisse mein Hausfrauenleben an der ein oder anderen Stelle, aber ich habe die Hoffnung, dass ich irgendwann aus diesen immer wieder kehrenden 3-Tages-Motivationstiefs raus komme und nicht mehr regelmäßig mit dem Gedanken aufstehe, das Land verlassen und nie wieder kommen zu wollen.

Wenn Kunden E-Mails schreiben...
Kunden kommen nicht per Post. Nein, sie kommen lieber 2027 zum Vorsprechen, fragen auch direkt, ob uns 14Uhr passen würde. Scheinbar sind wir in der Zukunft eine Casting Agentur. Wahnsinn, was die Kunden alles wissen...

Und so vergeht ein Tag nach dem anderen, ich lerne unglaublich viel, werde immer routinierter in den wenigen Dingen, die ich tatsächlich schon machen darf und habe allmählich einen Überblick. Mittlerweile fühle ich mich auch nicht mehr wie die Neue. Ich bin jetzt da. Ich gehöre jetzt dort hin!

Der Ort, an dem die Sonne scheint

Sucht ihr manchmal auch so vergebens nach schlechtem Wetter? Nein? Ich eigentlich auch nicht. Aber ich hab's gefunden! Es ist hier oben... Man könnte meinen, man befände sich auf der Südhalbkugel. Es ist Hochsommer und ich stehe morgens bei 8°C auf. Jap, ACHT! Und bei all dem Regen, den ich hier schon erlebt habe, könnte man der Wüste in Afrika auch ne ganze Menge Gutes tun. Man sagt, ich würde mich irgendwann daran gewöhnen... bezweifle ich irgendwie.

Aber auch wenn Regenschirm und Gummistiefel hier zur täglichen Grundausstattung gehören, gibt es eine Sache, die mich jeden Tag auf's Neue glücklich macht. Morgens und abends scheint IMMER die Sonne. Egal wann ich aufstehe, ich kann mich grundsätzlich zum Frühstück raus auf den Balkon setzen. Gleiches gilt für den Abend. Wenn ich Heim komme, wird auch der Himmel wieder blau und man kann noch gemütlich draußen sitzen - das lässt die grauen Tage weniger schlimm erscheinen.

Männergeschichten

Wenn Hamburg eins zu bieten hat, dann wohl eine riesige Auswahl an den unterschiedlichsten Männertypen. Langweilig wird einem hier definitiv nicht, so viel ist sicher! ;D Ich muss zugeben, ich kann es momentan nur mit Pennys Worten sagen - ich bin sehr glücklich damit Single zu sein! Für alles andere hätte ich gerade überhaupt keine Zeit... obwohl...

Männer sind schwierig! Jeder Typ Mann ist am Ende für irgendwas gut und so kommt man - wenn auch recht klischeehaft - recht gut in dieser Stadt rum. Mit manchen geht man in Bars, lässt sich einladen und genießt die Vorteile, die man als Frau eben so hat. Mit anderen verbringt man mehrere entspannte Tage und Abende, versprüht ein bisschen Beziehungscharme und stellt kurz darauf fest, dass der Typ einen absoluten Totalschaden und offenbar schwerwiegende Vertrauensprobleme hat, von denen man sich nur zu gerne fern hält.
Und dann gibt es da den einen; der, bei dem nie mehr war, ist oder sein wird, der dir aber trotzdem permanent im Kopf rumschwirrt und du langsam nicht mehr so richtig weißt, wohin damit. Der Reiz des Verbotenen. Typisch für mich... Undenkbar für mehr, und doch irgendwie wahnsinnig reizvoll.

Und so beginne ich jetzt die zweite Phase meines Hamburg-Adventures. Nach dem Umzug und dem "WOW, Alles Neu"-Gefühl kommt jetzt langsam Routine, ein Leben mit allem, was dazu gehört, neue Menschen um mich, die gar nicht mehr sooo neu sind und dafür umso neueren kleinen Problemchen des Alltags, die nun mein Dasein bestimmen. Die Zeit verging unglaublich schnell seit ich hier her gezogen bin und ich habe die Befürchtung, dass auch die nächsten Wochen und Monate nur so an mir vorbeirauschen werden.
Es ist schon eine Menge passiert und es liegt noch viel mehr vor mir. Aber was immer mich erwartet - I'm ready!