Warum Reisen so schwer ist.

Immer wieder werde ich gefragt: "Hey, was findest du eigentlich an so einem Auslandsjahr am schwierigsten? Es klingt immer alles so toll und einfach." Klar tut es das. Man sieht die Welt, lernt überall neue Menschen und Kulturen kennen, lebt das Leben eines Abenteurers. Was kann da schon so schwer sein? Die Standardantworten wären hier wohl sowas wie "Es ist schwer Jobs zu finden" oder "Wenn man so schnell wieder weg ist, findet man selten richtige Freunde". Aber das ist alles kein Problem. Damit kann jeder Leben der reist, denn irgendwie besteht ja auch genau darin der Reiz. Abschiede von lieb gewonnenen Menschen sind überall nicht leicht, aber beim Reisen weiß man ja vorher, dass wohl irgendwann der Tag kommen wird, an dem man leb wohl sagen wird.

Worüber aber keiner spricht, ist der eigentlich schwerste Teil eines Auslandsjahres. Das nach Hause kommen. In den ersten Tagen ist man geblendet von Wiedersehen mit Gott und der Welt, jeder will unbedingt alles wissen, jeder will sich mit dir treffen und du fühlst dich ein kleines bisschen wie George Clooney auf dem roten Teppich. Bis dann eben alles vorbei ist. Schneller als dir lieb ist gewöhnen sich auf einmal alle daran, dass du wieder da bist und ihr Leben geht in geordneten Bahnen weiter. Deins jedoch fühlt sich komisch an. Du hast das Gefühl ein völlig neuer Mensch zu sein, deine Ansichten und Meinungen haben sich völlig geändert und du bist gefühlt 10 Jahre reifer geworden. Nur du. Niemand sonst. Jeder um dich rum führt nach wie vor das gleiche langweilige Leben, wie schon damals als du weggegangen bist. Niemand hat sich auch nur im Geringsten verändert. Alles ist alt und du bist neu. Du fühlst dich fremd in deiner eigenen Heimat. Irgendwie gehörst du hier nicht mehr hin. Du kannst dich selbst nicht mehr wirklich einordnen. Und dann gehen auch noch die Fragen los: "Hast du denn schon einen Job?", "Wie sind denn jetzt deine Pläne?" oder "Möchtest du nicht jetzt mal etwas richtiges tun?" - okay, lets be serious. Wer hat den letzten Satz nicht schon einmal gehört? Wer hat sie nicht, diese beschränkten Familienmitglieder, die der Meinung sind ein Auslandsjahr wäre nichts als Urlaub? Und als ob es noch nicht genug wäre, stellt dir jeder Einzelne exakt die gleichen Fragen wieder und wieder. Und am Ende interessiert es sie noch nicht einmal, sie wollen lediglich wissen, warum du nicht so bist wie sie. Sie finden es sogar irgendwie befremdlich was du tust. Und spätestens wenn du das zweite Mal im Ausland bist, werden die ersten kommen, die sagen: "Hör auf deine Zeit so zu verschwenden und mach endlich mal etwas vernünftiges!" Okay, jetzt reicht's wirklich! Diesen Menschen würde ich am liebsten all meine Erlebnisse und meine geballte Weltsicht und Lebenserfahrung ins Gesicht klatschen und sofort wieder weggehen. Denn insgeheim will ich eh genau das. Weg. Einfach nur weg.
Dieses Fernweh wird größer und größer je mehr dich die Menschen in deinem Umfeld anfangen zu langweilen. Du willst am liebsten wieder weg, irgendwohin wo du umgeben bist von Menschen, die dich verstehen. Die wissen, wie du dich fühlst. Menschen, die deine Sprache sprechen. Und damit meine ich nicht deine Muttersprache - ich spreche von Menschen, die erlebt haben, was du erlebt hast. Die wissen wie es ist zu reisen, erwachsen zu werden, sich selbst neu kennen zu lernen und dann nach Hause zu kommen und sich fremd zu fühlen.

Das schwerste am Reisen ist nichts was währenddessen passiert - es ist das, was passiert, wenn du zurück kommst.

People keep asking me quite a lot about the time I spent abroad. The most asked question is: "What's the hardest part about travelling? It sounds so great and easy!" Sure it does. You can visit all the beautiful places this world hast to offer, you get to know different people and cultures, you are free. Sounds adventurous, right? How could that be difficult? Usually people answer those questions with: "Well, it's not easy to find jobs." or "Since you're leaving so soon, you won't really find friends." But well, let's be real. You knew that before you started travelling. Actually that's the excitement. Saying Good Bye to friends and family is never easy. But when you're travelling you know that someday either you or your friend will be leaving. That's how it goes. And it's okay.

If you really want my opinion on what's the hardest part of living abroad for a certain time, you need to see the bigger picture. The hardest part of travelling... is coming home! Your journey ends where it began. Of course you are excited to come home and meet up with everyone. For the first couple days you feel like a George Clooney on the red carpet. You're the Nr.1! Everybody wants to hear your stories. Well, until you told them. At a moment's notice people get used to you being back and stop giving you any attention. Life goes on. But for some reason you feel weird. Travelling made you a complete new person, you think differently and you grew so much through these years. But it's just you. Nobody else. The others are stuck in their boring lifes, they didn't change a bit. Everything is just as it was before you left. Everything's old. But you're new. Somehow you feel like a stranger in your home. You don't fit in here anymore. And as if this wouldn't be hard enough - now people start asking questions: "Do you have a job yet?" , "What's your plan?" or "Why don't you start something serious now?" Okay, let's be real. Who hasn't heard this last one at least once? Who doesn't know those people who think travelling is nothing more than holiday? And to bother you even more everybody will ask you the same questions over and over again. The worst part of it is that they're not even interested - all they want to know is why you're not like them. You're strange to them. And at the latest when you're travelling a second time they'll say things like: "Stop wasting your time and do something serious!" Okay, that's enough! I'm done! I would love to throw all those experiences and life lessons in your face, stand up and leave again. Because, actually, that's all I really want. I want to leave!

You feel lost. Nobody understands you. You wish to be somewhere else. With people who get it. People who know how you feel. People who speak your language. And I'm not talking about german, english or whatever language you're speaking... but if you've traveled you know exactly what I mean.

The hardest part of travelling is nothing that happens to you while you're gone... it is what happens when you're back.