Von 100 auf Null. Weil Zeit fliegen kann ... und ich bald keine mehr habe

Ich stelle gerade erschreckend fest, dass ja schon Mitte April ist. Wo ist eigenlich der Maerz geblieben? Es ist so viel los gewesen, dass ich gestern das erste Mal seit Langem wieder etwas Zeit hatte, mich an meinen Blog zu setzen. Tut mir leid, dass man so wenig von mir gehoert hat... Aber um euch wie immer auf dem Laufenden zu halten, hier ein "kleiner" Bericht zu meinem vergangenen Monat. Ich versuche mich so kurz wie moeglich zu halten, verzeiht es mir daher, wenn ich nicht so ausfuerlich und detailreich berichte, wie sonst. Es ist so unglaublich viel passiert, dass man beinahe ein Buch damit fuellen koennte! Aber zurueck zum Anfang...

09.Maerz 2015 - Es ist Montag - der erste Tag meines Urlaubes. Seit Samstag Abend habe ich schon sturmfrei, auch wenn mir das bis jetzt dank College und Aupair Meetings nicht sonderlich viel gebracht hat. Meine Familie sitzt wahrscheinlich gerade in einem schoenen kleinen Cafe in Paris und fruehstueckt. Ich hingegen renne durch's Haus und suche nach meinem Schal. Es ist 6:00Uhr morgens. -3Grad. Viel zu frueh und deutlich zu kalt! Aber wenn ich heute noch in Fairfield ankommen will, sollte ich nicht all zu spaet losfahren. Ich werfe also meine paar Dinge ins Auto, schnappe mir das Navi und tippe die Adresse meiner Freundin Chrissi ein. Fairfield, Connecticut. 2h30min. Auf gehts! Da meine Familie spontan beschlossen hatte, die erste Woche der Fruehlingsferien in Paris zu verbringen, hatte ich ein paar Tage Zeit um auch mal wieder aus dem immer noch eingeschneiten Massachusetts rauszukommen. Ein paar Tage an den Strand zu fahren erschien mir da als eine recht gute Idee - auch wenn dort noch genauso viel Schnee lag und es hoechst wahrscheinlich kaum waermer sein wuerde. Aber allein die Vorstellung von einem endlosen Ozean reicht ja schon um mich gluecklich zu machen :D So tourte ich also noch schnell Dunkin Donuts, die Reinigung und das Post Office ab und begab mich dann relativ direkt auf den Highway in Richtung Sueden. Es war eine echt angenehme Fahrt, kaum Verkehr, super schoenes Wetter und gute Musik ;D Ich waehlte die laengere Strecke, die dafuer aber durch ganz Connecticut am Meer entlang fuehrt. Lieber eine schoene Aussicht, als 10min frueher da! Es erwarteten mich ausserdem sommerliche 15Grad!!! Endlich angekommen konnte ich es kaum noch erwarten zum Strand zu rennen - ich hatte ihn schon viel zu lange nicht mehr gesehen! Die Tage in Fairfield vergingen wie im Flug. Von Sightseeing ueber Pizza, Frozen Yogurt und Shopping war alles dabei, was man gemacht haben musste. So sah ich unter anderem das Fairfield Museum, die Innenstadt und natuerlich viel Meer. Es war schoen mal wieder "alte Gesichter" zu sehen und mich mit jemandem austauschen zu koennen, der mit mir hier angekommen war. Hatte irgendwie das Gefuehl von zu Hause sein...
12. Maerz 2015, Donnerstag - Gestern spaet abends erst aus Connecticut wiedergekommen, heute aber schon seit 7:30 auf den Beinen. Heute treffe ich Lisa zum Fruehstueck, hinterher geht's in die Mall und nach Milford auf einen Froyo. Lisa ist das neue AuPair in Ashland (24, deutsch). Sie ist erst letzte Woche hier angekommen und hat somit meiner Meinung nach dringend eine Tour noetig :D ...und meine beruehmten Pancakes. Auch dieser Tag verging schneller als ich erwartet hatte und im Handumdrehen setzte ich sie auch schon wieder zu Hause ab. Lisa ist toll. Ich mag Lisa. :) ..sie koennte tatsaechlich nach langer Zeit wieder die erste Deutsche hier sein, mit der ich seit Rike wieder mehr zu tun habe. Mal sehen...

Der Rest der Woche war recht unspektakulaer. Freitag war der Wocheneinkauf dran, damit meine Familie was im Kuehlschrank hat, wenn sie nach Hause kommen und am Abend hatte ich dann meinen ersten Volleyballkurs am College, der erstaunlicherweise deutlich niveauvoller war, als man es von einem Anfaengerkurs erwarten wuerde. Die Meisten dort kennen sich schon ewig und gehen nach dem Training immer noch zusammen was trinken - somit endete dieser Abend (und jeder Freitag seit dem) erst spaet nachts. Dementsprechend muede war ich, als mein Wecker Samstag morgens um 6:30 klingelte - Charly muss zur Uni. YIPPIE!! ...immerhin kann ich dort schlafen. Und hinterher. Ich muss zwar noch gegen 7:00pm meine Familie aus Boston vom Flughafen abholen, aber das ist ja noch eine einigermassen akzeptable Zeit.. Aber wie sagt man immer so schoen? Freu dich nicht zu frueh. Ich war kaum zu Hause angekommen, da hatte ich bereits die erste SMS von Nabil auf meinem Handy. Stromausfall im Flughafen in Washington DC. Na meeeega klasse! Sie muessen zwar erst gegen 5 von dort aus weiter, aber schoen ist ja auch anders... Die Armen... Naechste SMS. Immernoch kein Strom. Flug verspaetet sich um ca 30min. Cool. Kein Ding. Zu schade nur, dass es so weiter ging. Mit jeder vergangenen Stunde schob sich der Flug nun um 30-45min nach hinten. Als ich mit meinem Abendbrot auf der Couch sass und eigentlich laut urspruenglichem Plan schon am Flughafen haette sein muessen, lag die Ankunftszeit bereits bei 9:50pm. So viel zum Thema "Ich geh heute frueh ins Bett".. vor Mitternacht wird das dann wohl auch nichts mehr. Nabil ruft an... ... !! ... na klasse. Der Flug wurde soeben endgueltig gestrichen. Ich darf sie morgen Mittag abholen... klasse, ist ja nicht so, dass ich fuer morgen schon Plaene gemacht hab... und... WARUM GENAU BIN ICH JETZT NOCH MAL SO LANGE WACH GEBLIEBEN!!?!?? ...oh, eine SMS. schon wieder... Nabil. Sie versuchen heute noch einen Flug zu finden.. nach Connecticut. WARTE, WAS? Sie wollen allen Ernstes nach Hartford, Connecticut fliegen? Das ist 1,5 Stunden von hier! Oh man... Ich bin tot muede. Ich muss irgendwie wach bleiben.. So verbringe ich weitere Stunden Gemuese schneidend in der Kueche um nicht einzuschlafen. 22:30Uhr - Charly setzt sich ins Auto und faehrt los. Ich schlafe fast ein. Was bin ich doch fuer ein tolles AuPair. Ich liebe meinen Job.. Kurz vor Mitternach erreiche ich Hartford und sammle meine Familie ein. Heimreise. Noch mal 1,5Stunden. So waren wir dann alle um 2 nachts in unseren Betten und jeder freute sich aufs Ausschlafen. Nur ich nicht - ich kann ja nicht ausschlafen! Morgen gehts nach Boston mit Carla und ihren Freunden, da klingelt um 8 der Wecker. Ich bin ein gutes AuPair - ich liebe meinen Job.

So begann mit diesem Wochenende eine unglaubliche Hoellenwoche. Julia hatte immernoch Ferien und nichts zu tun ausser mich koerperlich und geistig an meine Grenzen zu bringen. Montag 11:30-21:00 arbeiten, Regen, nichts zu tun und Hockey Try Out. Dienstag, 9:00-21:00 arbeiten, gleiches Szenario. Mittwoch, 9:00-19:30 arbeiten, mit einem genervten Kind ins Aquarium rennen und abends noch Cluster Meeting. Donnerstag, 9:00-14:00 arbeiten, Geburtstag meiner Hostmom, Nick abholen und ausnahmsweise mal den Nachmittag frei, dafuer aber erst kurz nach 8:30 Abendbrot, dank Hockey Try Out. Endlich Freitag. Es schneit. Happy Birthday to me. 9:00-17:45 arbeiten. Ein Glueck ist Mathe nicht meine Staerke, an sonsten haette ich vielleicht bemerkt, dass ich diese Woche weit ueber meine 30 Stunden gegangen bin... Fruehstueck mit Lisa. Die Suesse hat mir einen Kuchen gebacken ...Von Svenja und Julia aus meinem Cluster habe ich auch noch einen bekommen. Und meine Familie bringt auch noch einen mit. Wie soll ich das nur alles essen ...ach nein, warte. Ich habe ja gar keine Zeit zum Essen! Ich muss ja gleich noch zum Volleyball. Immerhin bekomm ich danach im 99ninetynine mein erstes legales Bier in den USA.. Und so schnell vergeht eine Woche, in der ich eigentlich feiern wollte. War dann wohl nichts. Aber immerhin konnte ich Samstag endlich mal ausschlafen. Carla kam zum Lunch. Fuer heute Abend hatten wir tatsaechlich mal was geburtstagliches geplant! Nach stundenlangem Schminken, An- und Umziehen und huebsch machen mit Carla+Lisa ging es zum Dinner nach Worcester und hinterher ins Perfect Game, eine Art Bar-Club-Ding. Party All Night!!! YEEAAAAH. ..naja gut, es haette besser sein koennen. Aber was will man von 'ner Dorfkneipe schon grossartig erwarten. Besser unerwaehnt bleibt auch, dass von den knapp 20 eingeladenen Leuten gerade mal 3 gekommen sind. Ego-Party! Dementsprechend verkatert (logisch nach 8 Monaten Feierabstinenz) verlief mein Geschenke auspacken am Sonntag morgen. Ja, ich habe 2 Tage zu spaet Geschenke ausgepackt - vorher habe ich meine Familie ja nicht gesehen ..Als ich aufwachte, musste ich mich erst mal wieder orientieren. Carla. Carla hatte heute Nacht hier geschlafen. Wo ist Carla hin? Verschlafen taumelte ich aus meinem Zimmer und die Treppe hoch. Und lief beinahe mein Kind um. "You look very nice" kam von ihr, bevor sie ueberhaupt Guten Morgen sagte. Ich schaue immernoch halb verschlafen an mir runter. Oh, cool! Ich habe in meinem Party Outfit geschlafen. Ich muss scheinbar wirklich muede gewesen sein. Kurz darauf kam auch schon der Rest meiner Familie runter und die Geburtstagsrunde ging los... die naechsten Stunden habe ich mich noch ein Mal meinem Bett hingegeben und Schlaf nachgeholt, damit ich am Nachmittag in der Lage war Auto zu fahren. Ich musste ja schliesslich Tami vom Flughafen abholen.. TAMI !!! Es war also so weit. Ein Moment, auf den ich monatelang hingefiebert hatte und der immer noch sooo weit weg erschien, dass ich mir keine Gedanken darum gemacht habe. Und jetzt war es auf ein Mal so weit. Tami war hier. In den USA. Bei mir. WOW ! ..mit einer stuermischen Begruessung wurden alle Worte gesagt und im Handumdrehen war sie bei mir zu Hause. Willkommen in Ashland. Es lag natuerlich noch immer Schnee ueberall. Das mussten wir natuerlich auch sofort nutzen - mit einem romatischen Spaziergang durch meine Nachbarschaft :D

Wir hatten also eine voll geplante Woche vor uns. Der Montag begann noch recht ruhig mit einer Runde durch die Mall, Mittag bei Panera und hinterher einer kleinen Auto-Tour durch die Rivers School. Ich musste ja mein Kind abholen. Da hat man schon mal besonderen Besuch und muss trotzdem arbeiten. Da ich ja aber eine sehr grosszuegige Familie habe, bekam ich den kompletten Dienstag frei und hatte somit also Zeit fuer unsere Boston City Tour - Boston Common, Public Gardens, Freedom Trail, Fanueil Hall, Quincy Market und (auch fuer mich mal etwas Neues) einer Tour durch die Harvard University. Wenn ich irgendwann mal gross bin, moechte ich auch hier studieren. Zum Bergfest-Mittwoch goennten wir uns ein Fruehstueck im Sunnyside Cafe mit Lisa und Carla, bevor es nach Wrentham ins Outlet Village ging und wir unser schon kaum noch vorhandenes Geld mit vollen Haenden ausgaben. Nein Spass, ich hab nichts gekauft ... Es ist Donnerstag - Unser Speed-Sightseeing hinterlaesst Spuren. Wir sind hundemuede und koennen uns kaum motivieren, etwas fuer den Tag zu planen. Nach einer Runde Disney Filme beschliessen wir, diesen Tag zum Entspannen zu nutzen und nur ein bisschen durch Shoppers World zu schlendern. Nichts besonderes. Nichts anstrengendes. Freitag hingegen kramten wir unsere sportliche Ader wieder raus und trafen uns nach 2 Stunden Eislaufen in Westborough abends noch mit den Maedels zum Bowling. Ich hatte noch nie einen Ice Hockey Rink fuer mich alleine ..aber wer geht auch Freitags um 11Uhr morgens Eislaufen.. Zum Bowling kamen ein paar Maedels aus meinem Cluster mit. Irgendwie habe ich die meisten schon wieder viel zu lange nicht gesehen. So fing ein relaxtes Wochenende an.. Samstag Abend wollten wir nach Boston rein fahren und feiern gehen - demnach verbrachten wir einen Grossteil des tages im Bett, schauten Filme und entspannten, damit wir genug Energie fuer den Abend tanken konnten. Zusammen mit Lisa und einer Freundin von ihr ging es dann also in die Stadt. Hallo Boston. Lange nicht gesehen. Unsere erste Station hiess lustigerweise TAM Bar. ..gefolgt vom Stage Club und Whisky Saigon war es an sich ein echt guter Abend, abgesehen davon, dass die Amis echt komische Musik in ihren Club spielen. Da hat selbst ein Lagerfeuerlied mehr Beat. ...Und schon wieder ist Sonntag. Und schon wieder scheint die Sonne. Und schon wieder fahren wir nach Boston. Sightseeing-Tour Nummer 2 - Prudential Tower Skywalk und Newbury Street. Neben einer unglaublichen Aussicht ueber die ganze Stadt waren wir auch noch LIVE bei einem Heiratsantrag dabei ! So romantisch. :D Ja...und am Montag verliess mich die Tami dann auch schon wieder - weit weg nach New York City. Auch wenn es recht stressig war, hatten wir eine absolut geniale Zeit zusammen und ich bin mega gluecklich, dass ich sie endlich wiedersehen konnte...

Die folgende Woche verlief ausnahmsweise endlich mal ein wenig ruhiger. Ich war viel im Fitnessstudio, habe mich oft mit Lisa getroffen, die leider krasse Probleme mit ihrer Familie hat und sogar ueberlegt ins Rematch zu gehen. So bekam ich im Lauf dieser Woche neue Naegel, ein wenig Sommerbraeune im Solarium und viele Kekse, die wir tagtaeglich gebacken haben. Es war eine schoene Woche, auch wenn Lisa krass Stress mit ihrer Familie hatte und sich unsere Gespraechsthemen kaum noch um etwas anderes drehten. Innerlich machte ich mich schon mal dafuer bereit bald nach Rike das zweite Rematch-AuPair bei mir aufzunehmen.

Aber vorerst stand da noch etwas ganz anderes auf dem Plan. CHRISTINE ♥ ...nach ewigem Hin und Her planen und ueberlegen, was wir nun eingentlich ueber das Osterwochenende mit uns anfangen, beschlossen wir letztendlich einfach alles spontan zu entscheiden. So fuhr ich also Ostersamstag nach Providence, die Hauptstadt von Rhode Island. Eine wunderschoene Stadt! Wenn endlich wieder alles gruen ist, muss ich dort auf jeden Fall noch mal hin! Heute ist an gruen jedoch nicht zu denken. Es ist zwar endlich mal wieder etwas waermer, jedoch fliegt man weg, wenn man nicht aufpasst. Demnach wurde aus unserer Stadttour ein Shoppingtrip ...oh man. Chris ist hier. Das ist schon irgendwie verrueckt. Meine zwei besten Freundinnen besuchen mich auf einem anderen Kontinent. Einfach so... Ich liebe euch :*

Den wunderschoenen Ostersonntag wollten wir am Strand verbringen und machten uns somit direkt nach dem Fruehstueck auf den Weg an die Kueste. Ja, es liegt noch Schnee und wir wollen zum Strand. So ist das halt hier :D Unsere Endstation hiess Hull, MA. Hull ist ein kleiner Ort auf einer Landzunge in der Bucht vor Boston, ca 1,5 Stunden weit weg von hier. Ein bekannter meiner Familie hat dort ein Seafood-Restaurant, was unsere Anlaufstation fuer's Mittagessen werden sollte. Vorerst fuhren wir jedoch die gesamte Insel ein mal hoch und wieder runter. Am hintersten Ende Hulls hat man einen wundervollen Blick auf die Boston Skyline und den Ozean. Abgesehen vom Sturm hatten wir auch traumhaftes Wetter :) Noch ein genialer Ort in Massachusetts. Klein aber schoen. Und wenn man den Besitzer des Restaurants kennt, dann hat man sowieso gewonnen! Es war mal wieder unglaublich lecker und jeden Cent wert. Auch wenn es nicht wirklich intelligent war um 3 Mittag zu essen, da wir fuer um 5 schon bei Grandma und Grandpa zum Osterdinner eingeladen waren. Hinterher war ich nun wirklich pappesatt. So war das Wochenende auch schon wieder so gut wie vorbei. Schade eigentlich, denn ab Montag musste ich wieder arbeiten. Julez hatte frei, was fuer uns bedeutete, dass wir viiiiel Sport machen werden. Yippie yay yey :D Es war ein wunderschoen sonniger Tag, an dem man fast in kurzer Hose rumlaufen konnte. So bestand unser tag also aus Tennis in der Einfahrt, Baseballversuchen, die mehr verunglueckt als vernuenftig gelangen und Hinternislaeufen der verruecktesten Art. Damit haette ich mein heutiges Workout auch erledigt. Als ich am Abend ins Bett ging, fiel mir erschreckend auf, dass ich nur noch einen einzigen Tag zusammen mit Chris hatte. Dienstag. Es wurde ein weiterer Tag in Boston. So oft, wie ich in den letzten 2 Wochen hier war, bin ich die gesamten letzten 8 Monate nicht in Boston gewesen. Heute stand allerdings nichts besonderes auf dem Plan. Eine kleine Tour durch die wichtigsten Ecken und Strassen der Stadt, mal hier rein, mal da rein. Und natuerlich Essen. Wir wollen ja schliesslich nicht verhungern. Es ist schon komisch, wenn du so ganz gemuetlich mit deinen beiden besten Freundinnen durch deine neue Heimat spazierst und es beinahe selbstverstaendlich ist. Man hat sich ewig nicht gesehen. Aber man kann einfach dort weitermachen, wo man vor Monaten aufgehoert hat. So schnell es auf ein mal ging, dass die Beiden hier waren, so schnell waren sie allerdings auch schon wieder weg. So begann mein Mittwoch damit Chris zu verabschieden und mich langsam aber sicher wieder meinem Alltag hinzugeben. Ab ins Fitnessstudio. Lisa wartet bestimmt dort schon auf mich..

Talking about Lisa... Ich hatte ja bereits erwaehnt, dass sie Probleme mit ihrer Familie hatte. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch daran, dass ich Ende Oktober meine Freundin Rike bei mir aufgenommen hatte, nachdem ihre Familie sie so kurzfristig vor die Tuer gesetzt hatte. Bei Lisa schien es mittlerweile aufs Gleiche hinauszulaufen. Jeden Tag kamen neue Probleme auf, die es fuer sie zu einer Hoellenaufgabe machten, weiterhin dort zu leben. Ich fange besser gar nicht erst an, mich ueber diese Menschen aufzuregen, denn sonst wird dieser Blog doch noch ein Buch. Es sei nur so viel gesagt: Die Familie ist aus dem Programm geflogen, nachdem ihre Betreuerin und ich Lisa dort letzten Donnerstag rausgeholt haben. Es wurden so ziemlich alle Regeln in den Wind geschlagen, ihr wurde aufs krasseste gedroht und ich moechte ehrlich gesagt gar nicht wissen, was da noch alles passiert waere, wenn wir sie nicht rausgeholt haetten. Sie wohnt jetzt seit einer Woche bei mir. Die letzten Tage im Rematch waren die Hoelle fuer sie, weil anfangs keine Familien in Sicht waren und sie wirklich Angst hatte, nach Hause fliegen zu muessen. [zur Info: Rematch-Aupairs haben nur 14 Tage Zeit um eine neue Familie zu finden, bevor sie auf eigene Kosten wieder nach Hause fliegen muessen] Es tut mir alles mega leid fuer sie, weil sie mittlerweile echt eine sehr gute Freundin fuer mich ist. Auch wenn wir uns gerade mal ein paar Wochen kennen, sind wir doch sehr close und machen fast jeden Tag etwas zusammen und ich bin wirklich froh, dass ich sie habe. Auch wenn es nur ein paar Tage waren, war es doch eine echt harte Zeit, die sich unendlich lang anfuehlte. Ich will nicht, dass sie hier weg muss. Sie soll hier bleiben. Oder zu mindest in der Boston Area. In den letzten Tagen haben sich zum Glueck ein paar Familien gemeldet, mit denen sie sich schon unterhalten hat. Sie wird sich gegen Ende der Woche zwischen 2 Familien entscheiden, die beide ca 45 Minuten von hier weg wohnen. Sie bleibt also bei mir :)

Ueber unseren spontanen Trip nach Maine am letzten Wochenende werde ich eventuell naechstes Mal noch etwas erzaehlen. Fuer jetzt soll es das aber gewesen sein.