Something to be thankful for

In Deutschland wuerde man wohl einen schoenen ersten Advent wuenschen - hier heisst es dagegen dieses Wochenende "Happy Thanksgiving"!! Genau genommen ist das zwar schon vorbei, denn das eigentliche Fest findet Donnerstag statt, aber mit dem heutigen Black Friday und dem an sich sehr langen Wochenende ist das ein bisschen wie mit den Pfingsferien bei uns. Man sagt auch eine Woche spaeter noch, dass man schulfrei hat, weil Pfingsten ist.. ;D

Dem Hype nach zu urteilen, der hier die letzten Tage losgebrochen ist, schien Thanksgiving etwas unwahrscheinlich grosses und bedeutungsvolles zu sein. Traditionell gibt es zum Thanksgiving-Donnerstag Truthahn, so viel wusste ich schon. Was aber letztendlich genau dahinter steckt, davon hatte ich keine Ahnung. Und ehrlich gesagt weiss ich auch heute nicht viel mehr... Der Tag begann - wie jeder andere - mit Crossfit. In meinem Fall bedeutete das: Ausschlafen! ...die paar cm Schnee, die Anfang der Woche gefallen waren, gaben dem Ganzen noch das gewisse Etwas. Aufwachen, raus schauen, Schnee sehen und Tee trinken - was will man mehr. Nachdem wir Mittag gegessen hatten, ging es gesammelt zu Grandma und Grandpa, die schon mit gedecktem Tisch und fertigem ZWEITEN Mittag auf uns warteten. Normalerweise soll es das grosse "Festmahl" ja eigentlich abends geben, aber da wir noch 3 Kuchen mitgebracht hatten, die es zu vernichten galt, war ich ganz froh darueber, dass wir das Dinner vorgezogen haben :) Auf dem Tisch sammelte sich eine Auswahl von verschiedenstem Gemuese, Truthahn mit Cranberrysosse und Sweet Potatoes. Man haette hoechst wahrscheinlich auch noch eine zweite Familie davon satt bekommen :D Bevor es allerdings an's Essen ging, sagte Grandpa noch eine Art Tischgebet zum Thanksgiving - ich hab keine Ahnung was er da wirklich erzaehlt hat, aber es hat mit Amen aufgehoert.. ;D Die naechsten 6 Stunden bestanden groesstenteils aus Football schauen, Karten spielen, noch mehr Essen und immer mal jemand anderem beim Candy Crush spielen zuschauen. Genau genommen hingen immer mindestens 3 Leute an ihren Handys - aber daran sollte ich mich eigentlich mittlerweile gewoehnt haben.. So ging es den gesamten Abend weiter, bis wir irgendwann kurz vor 22:00Uhr dann Heim gefahren sind. An sich also ein chilliger Familientag mit - fuer meinen Geschmack - etwas zu viel medialem Einfluss. Wenn ich irgendwann mal Familienfeste feiern sollte, muss ich mir echt was ueberlegen, denn weder fuer Familienspiele, noch fuer American Football ist meine Begeiserung gross. Aber auch wenn ich kein Mensch fuer solche Anlaesse bin, schoen war es trotzdem ..und ich hatte ja das restliche Wochenende ueber mehr als genug Zeit mich allein irgendwo in meinem Zimmer zu verkriechen und unsozial zu sein ;D

So ist nun also auch der vierte Monat in den USA um.. Die letzten Sommerwochen, der Herbst und nun auch schon die ersten Wintertage. Erst gestern haben wir unter uns Au Pairs wieder darueber gesprochen, wie schnell doch die Zeit vergeht. Und wenn man so darueber nachdenkt, faellt auf, dass man verdammt oft an Momente zurueck denkt, genauso wie man versucht vorauszuplanen, damit alles glatt laeuft, sobald man wieder nach Hause kommt. Aber auf das, was jetzt und hier passiert, konzentriert man sich eigentlich kaum. Verschwendete Zeit, koennte man meinen. In gewisser Weise stimme ich dem auch zu - allerdings darf man bei all dem Auslandsjahrjubel nicht vergessen, dass dies hier kein Urlaub ist, keine Reise, die immer wieder Neues hervorbringt, wie es in Neuseeland war. Man bleibt an einem Ort, mit immer den selben Menschen, den gleichen Aufgaben und einer Routine. Letztendlich ist das, was man hier hat auch nur eine andere Form von Alltag. Und der kann hier genauso langweilig werden, wie es in Deutschland langweilig werden kann. Man kann sich auch hier einsam fuehlen. Und so langsam verstehe ich, was alle in der AuPair-Training-School damit meinten, wenn sie vom Honeymoon in den ersten Wochen / Monaten sprachen. Alles ist neu, alles ist anders, alles ist uebertrieben schoen. Aber auch an den schoensten Orten ist man irgendwann angekommen. Man hat sich eingelebt, sich gewoehnt... und steckt wieder in einem Alltag. Zugegeben ist dieses Leben, das ich hier fuehre weder sonderlich anstrengend noch langweilig. Aber es passiert eben auch nichts. Ich denke, dass grade die aufkommende Weihnachtsstimmung dieses Gefuehl noch verstaerkt. Ich fuehl mich pudelwohl - aber irgendwas fehlt einfach...

Da ich ja nun genau genommen die letzten Tage ueber nicht viel mehr getan habe als essen, schlafen, Spiele spielen und noch mehr essen, was irgendwie ein bisschen was von Weihnachten hatte, hab ich mir natuerlich auch ein bisschen Gedanken gemacht, wie ich euch an meiner Vorweihnachtszeit teilhaben lassen kann. Da mein Laptop leider immernoch nicht repariert ist, lassen weitere Videos leider wahrscheinlich noch bis naechstes Jahr auf sich warten - allerdings werde ich euch hier auf meiner Seite einen kleinen Adventskalender zurecht basteln. Ab Montag werdet ihr auf der Seite "Advent, Advent" jeden Tag eine kleine Botschaft von mir zu sehen bekommen - ein Bild, ein kleiner Eintrag im Blog oder vielleicht auch etwas ganz anderes. Ich hoffe, dass ich euch so ein bisschen auf meine Adventsreise mitnehmen kann und ihr mehr von meiner Umgebung und den Traditionen hier in Amerika seht..

In diesem Sinne, habt einen schoenen ersten Advent und freut euch auf Montag!!