Review - ONE Resort Monastir

Ein Sommerurlaub wäre kein Sommerurlaub, wenn man nicht mit einem weinenden Auge in den letzten Tag startet. Und so verlasse ich bin heute nach 14 Tagen das One Resort Monastir. Es liegen zwei erstaunlich kurze Wochen hinter mir, in denen ich recht deutlich feststellen musste, dass ich wohl keinen Urlaub mehr verbringen werde, ohne die touristische Brille aufzuhaben. Man sieht die Dinge eben doch aus einem anderen Blickwinkel und achtet auf so viele kleine Details, die vorher völlig irrelevant waren.

Ich habe mir sagen lassen, dass die One Resorts hoch gelobt seien und zu den besten Unterkünften in der Region um Skanes zählen sollen. Entsprechende Erwartungen brachte ich mit, als wir am späten Freitag Nachmittag anreisten.

Die Anlage besteht aus zwei Häuserkomplexen und zwei separaten Poolanlagen, einem Rutschenpool sowie einem privaten Zugang zum Strand, Sportanlagen und diversen Bars. Es gab ausreichend Liegeflächen, sodass man sich keine Sorgen um den Platz in der Sonne machen musste, auch wenn man nicht bereits 6 Uhr morgens sein Handtuch auswarf. Die gesamte Anlage wirkte sauber und gepflegt, recht modern und bot in jedem Fall die perfekte Atmosphäre für einen entspannten Urlaub.

Über die Animation kann man sich streiten. Personalmangel herrschte keineswegs, jedoch fehlte es hier und da an Ambition, Leidenschaft und Kompetenz. Die übliche Aufgedrehtheit, übertriebenen Redebedarf oder der Drang Menschen zu etwas zu bewegen - zu animieren eben - vermisste man leider an vielen Stellen. Es gab ein breites Angebot an Aktivitäten, dazu animieren musste man sich jedoch meistens selbst. Nur bei der Tombola wurde immer ein mal mehr als nötig nachgefragt, ob man nicht doch teilnehmen möchte. Die Volleyballanimation haben wir irgendwann kurzerhand selbst übernommen, weil sich hier gar keiner verantwortlich fühlte. Was das Abendprogramm betrifft, muss man ganz klar sagen, dass es dem Team schlicht an künstlerischem Talenten fehlt. Man gab sich Mühe, jedoch wirkte alles sehr mager und unsicher, was wohl der Grund war, weshalb die meisten Shows dem Publikum überlassen blieben und man mehr Mister und Miss Hotel Shows und Karaoke zu sehen bekam, als tatsächliches Showprogramm. Wenn man sich erst einmal mit dem ein oder anderen Animateur angefreundet hatte, konnte man trotzdem viel Spaß haben. Das Team besteht durchweg aus super freundlichen und ganz lieben Menschen, mit denen ich auch gern mehr Zeit verbracht hätte.

Ein klarer Minuspunkt war die Reinigungskraft. Keiner weiß, was sie da eigentlich den ganzen Tag gemacht hat - sauber jedenfalls nicht. Ein Mensch, an Unfreundlichkeit kaum zu überbieten. Die Zimmer waren jedoch in vernünftigem Zustand, sodass man durchaus damit leben konnte, zwei Wochen ohne wischen, staubsaugen, geputzte Spiegel oder vernünftig gemachte Betten auszukommen.

Das übrige Hotelpersonal war durchweg freundlich und zuvorkommend, was vor allem im Restaurant sehr positiv auffiel. Auch wenn die meist noch sehr jungen Köche am Ende hoffnungslos überfordert mit den neu ankommenden Touristenmassen waren, bemühten sich die Kellner immer um ein Lächeln der Gäste und einen schnellen Ablauf, zügiges Eindecken der Tische und rasches Nachfüllen der leeren Weingläser auf unserem Tisch.
Auch kulinarisch konnte man sich nicht beschweren. Es gab reichlich Auswahl für jeden Geschmack und gemäß dem All Inclusive Prinzip schlug ich mir natürlich auch ordentlich den Bauch voll, sodass ich wohl die nächsten Wochen kein Essen mehr brauchen werde. Dank zahlreicher Bars in der gesamten Anlage bekam man auch rund um die Getränke und etwas zu Essen, wenn man tatsächlich zwischen all den Mahlzeiten noch Hunger bekam.