Nordinsel - Die 10 schönsten Momente


Mit gerade einmal 18 Jahren die Heimat zu verlassen und für mehrere Monate in einem bis dato noch völlig fremden Land zu leben, ist mit Sicherheit alles andere als unspektakulär! Eben noch die Schulbank gedrückt, ein paar Wochen später auf ein Mal am anderen Ende der Welt.

5 Monate meiner Reise verbrachte ich auf der Nordinsel - den größten Teil also. Direkt zu Beginn starteten wir in Auckland und reisten quer über die Insel, bis hinunter nach Wellington, von wo aus ich der Nordinsel nach 3 Monaten vorerst den Rücken kehrte. Doch nur wenige Wochen später war ich bereits zurück und verbrachte mit vielen wundervollen Menschen noch unzählige, schöne Stunden, bevor ich nach 7 Monaten in die Heimat zurückkehrte.

Eine so lange, so unglaublich ereignisreiche Zeit in 10 Bilder zu fassen, scheint auf den ersten Moment unmöglich. Doch wenn ich so durch die Alben blättere, dann sind es immer wieder die gleichen Bilder, an denen ich etwas länger hängen bleibe...

#1 - WOW, wir sind in Neuseeland!

Ich erinnere mich noch heute an das Kribbeln in diesem Moment. Dieses Foto stammt von einem unserer ersten Ausflüge, kaum ein paar Tage nachdem wir in Auckland angekommen waren. Es war das erste Mal, dass wir ein wenig mehr von diesem Land zu sehen bekamen als die bloße Großstadt.
Mit dem Boot ging es rüber nach Rangitoto Island. Und in diesem Moment passierte es - in genau diesem Moment realisierte ich, wo ich mich gerade befand. Dass all das hier kein Traum war. Dass diese wunderschöne Natur um mich herum Wirklichkeit war. Und ich stand mitten drin! Ich werde nie vergessen, wie glücklich ich mich in diesem Moment gefühlt habe.

#2 - Irgendwann gibt es immer ein erstes Mal

"Du kannst doch nicht mit wildfremden Typen mitfahren!" - oh doch, sie kann. Und sie nimmt mich mit. Die halsbrecherischen Aktionen meiner besten Freundin werde ich wohl nie so ganz nachvollziehen können. Jedoch haben sie uns meist auch die unglaublichsten Abenteuer eingebracht. Wer weiß, wie meine Reise wohl verlaufen wäre, wenn ich nicht in diesen Van gestiegen und mit völlig unbekannten Menschen ein Mal quer über die Insel gefahren wäre...

Dieses Bild steht schlichtweg für eine geile Zeit!

#3 - Wellington

Eine Stadt, die mein Leben verändert hat. Schon als wir nach einer gefühlt stundenlangen Busfahrt endlich Wellington erreichten, war ich von der Aura dieser Stadt fasziniert. Irgendetwas sagte mir, dass ich vielleicht gerade ein neues Zuhause gefunden hatte.
Und mein Gefühl behielt Recht. Kein anderer Ort zog mich von Anfang an so in seinen Bann wie windy Welly. Hier änderte sich alles. Die Karten wurden neu gemischt. Ich trennte mich von meiner besten Freundin, fand eine neue Reisebegleitung, verliebte mich Hals über Kopf in den ersten Bayern, der mir jemals sympathisch war und fand ganz nebenbei ein neues Hobby. Ganze 8 Wochen bin ich dort im Rosemere Backpackers versackt und spürte das erste Mal einen Trennungsschmerz, als ich unsere kleine Hostelfamilie schlussendlich verließ.

#4 - Zwillinge auf Abwegen

Es war ein bisschen wie im Film. Zwei süße Blondinen drauf und dran die Welt zu erobern! Dieses Bild erinnert mich vor allem daran, dass wahre Freundschaft jede Hürde meistern kann.

Egal ob manchmal einfach alles schief ging - wir hatten immer noch UNS. Und damit waren wir unbesiegbar!

#5 - Philipp

"Wie zur Hölle seid ihr denn zusammen gekommen?!" - das war die wohl am häufigsten gestellte Frage, wenn man uns beide irgendwo kennenlernte. Er, vom Chiemsee. Ich, aus dem tiefsten Thüringen. Verständlich, dass da die Frage offen bleibt, auf welche Art und Weise wir denn zueinander gefunden haben.
Tatsächlich ist die Antwort darauf recht kurz: Wellington. Zwei Backpacker im gleichen Moment am gleichen Ort. Und zack, Liebe. Es war übertrieben naiv, viel zu viel Leichtsinn und eine Aussicht, die uns beide kaum weniger kümmern konnte. Es war einfach perfekt.

Diese Beziehung war wundervoll. Zum Scheitern verurteilt, voller Unklarheit und doch eine der emotionalsten Bindungen, die ich je hatte. Es war verrückt, aber es war Liebe. Und an all das denke ich, wenn ich dieses Bild anschaue...

#6 - Das kann uns keiner nehmen

Momente wie diesen findet man zwar in Neuseeland wie Sand am Meer, jedoch hat dieses Bild für mich eine ganz besondere Bedeutung - denn in diesen Tagen ist mir bewusst geworden, dass all das, was wir hier erleben, für immer ein Teil von uns sein wird. Mir wurde mit einem Mal klar, dass so vieles, woran ich hier gewöhnt war, nicht für immer sein würde. Und doch trage ich es noch heute mit mir, jeden Tag.

#7 - Landschaftswunder

Nur ein Beispiel der zahllosen Schönheiten, die uns die Natur zu Füßen legt. Wenn Staunen zum Normalzustand wird...

#8 - Happy Birthday

Geburtstag feiern am anderen Ende der Welt. Klein Charly wird 19! Abgesehen mal davon, dass ich den ganzen Tag wie ein Rockstar gefeiert wurde, liegt mir heute noch eine ganz andere Erinnerung sehr am Herzen.

Es war ein völlig normaler Tag.

In keinem Augenblick dachte ich daran, dass ich in Neuseeland bin, geschweige denn daran, dass ich schon bald im deutschen Alltag zurück sein würde. Ich war da. Und das war völlig normal. Man hatte sich nach einer gewissen Zeit so sehr an alles gewöhnt, dass die in den ersten Tagen noch so unglaublichen Umstände auf ein Mal gar nichts besonderes mehr waren.

In diesen Tagen erlebte ich Auckland aus einer völlig neuen Perspektive. Wir waren beinahe schon "alte Hasen" im Backpacking. Es war der sechste Monat. Wir wussten was abgeht. Und kein Tag, kein Moment wurde mehr von diesem "WOW, ich bin in Neuseeland!"-Gefühl überschattet.

#9 - Ruhe und Einsamkeit

Dieser Ausflug war wohl einer der unspektakulärsten und gleichzeitig schönsten. Ich wanderte stundenlang einfach nur durch Wasser und Bäume. Es ging bergauf, es ging bergab. In diesen Tagen reiste ich allein. Und auch auf meiner Wanderung kam ich insgesamt gerade einmal 3 Menschen entgegen.

Diese Tage haben mir gezeigt, wie wichtig es ist auch mal allein zu sein, Zeit nur für sich zu haben und abschalten zu können. Denn ab einem gewissen Punkt wird auch das aktonreiche Neuseeland einfach zu viel...

#10 - Das Kap des Abenteuers

Der Trip zum Cape Reinga war einer meiner letzten Ausflüge. So Vieles hatte ich in den vergangenen Monaten bereits gesehen, erlebt, gefühlt und für immer in mein Herz geschlossen. Dieses Bild ist noch heute mein Anker in unruhigen Zeiten. Meine Motivation, wenn ich mich down fühle. Es ist ein kleines Stück von mir, wie ich damals war. Wie ich sein möchte.

Es ist Freiheit.

Wenn ich die Augen schließe und mich in diesen Moment zurückdenke, spüre ich wieder die Energie, die mich damals antrieb. Die Abenteuerlust und die unermüdliche Euphorie. Es gibt mir Kraft. Denn wenn ich es so weit geschafft habe... was soll mich dann noch aufhalten?