(N)ostalgie - Verliebt in Zwickau

Endlich Urlaub! Das erste Mal in diesem Jahr nehme ich ein paar meiner wohl verdienten Urlaubstage in Anspruch und gönne mir eine Woche Entspannung in der Heimat. Bevor es allerdings zu meinen Eltern nach Erfurt ging, verbrachte ich ein paar Tage im wunderschönen Sachsen. Es ist wohl kein Geheimnis, dass dieses Bundesland einen festen Platz in meinem Herzen hat. Und so könnte ich mir nichts schöneres vorstellen, als genau hier für eine Weile alles um mich herum zu vergessen und die Seele baumeln zu lassen.

Für 3 Tage besuchte ich also meinen Bruder in seiner neuen Wahlheimat Zwickau - eine Stadt, die ich tatsächlich zuvor noch nie gesehen hatte. Ich wusste, dass sie existiert und wo sie ungefähr liegt, aber das war's dann auch schon wieder. Höchste Zeit also, dieses Mysterium näher zu erkunden!

Tag zwei führte uns an den Rand der Stadt in den Waldpark Weißenborn. Aus mir bisher noch unerklärlichen Gründen habe ich in letzter Zeit wieder unglaublich viel Spaß daran, einfach so planlos durch die Gegend zu spazieren, durch Wald und Wiesen zu laufen und einfach mal zu schauen, wo ich am Ende rauskomme. Und genau das taten wir auch (was allerdings mehr daran lag, dass wir es nicht auf die Reihe bekommen haben, die Wanderkarte vernünftig zu entziffern). So führte unser Weg vorbei an kleinen Teichen, einem Brunnen, den wir irgendwann später auch auf der Karte fanden und unzähligen Abzweigungen, bei welchen wir uns natürlich immer für die falsche entschieden.
Unser eigentliches Ziel, die Waldschenke, in der ich mir zur Pause ein kühles Radler gönnen wollte, fanden wir nach einer Stunde zwar endlich, jedoch standen wir leider vor verschlossenen Türen. Ruhetag - war ja klar! Also zurück. Im Vergleich zu unserem einstündigen Hinweg gestaltete sich der Rückweg mit 20 Minuten recht kurz, was wohl daran lag, dass wir endlich wussten, wo es lang ging. Jedoch bin definitiv ich nicht böse über unsere kreative Alternativroute. So erreichte ich immerhin mein Tagesziel von 10.000 Schritten schon mittags um eins.

Und Freunde, ihr glaubt gar nicht, wie schön diese Stadt ist! Ich habe in der Tat nicht sonderlich viel erwartet, wenn man bedenkt, mit welchen Vorurteilen diese Gegend belastet ist, jedoch hat mich Zwickau in jeder Hinsicht absolut überrascht. Mit ihrem Kleinstadtflair bietet diese Stadt alles was das Herz begehrt. Selten habe ich eine so grüne Stadt gesehen! An jeder Ecke gibt es Bäume, Büsche, Blumen, Hecken, Wiesen oder irgendeine Parkanlage. Auch die Innenstadt überzeugt mit hübschen Häuschen, Kirchen im neoromantischen Stil und vielen kleinen Cafe's und Bars, in denen man abends noch auf einen Cocktail entspannt beisammen sitzen kann. Zugegeben, Zwickau ist keine Weltstadt. Wer ausgiebige Shoppingtouren machen möchte, sollte lieber mit der S-Bahn nach Leipzig fahren. Doch ein kleiner Stadtbummel ist auch hier definitiv drin!

Auch um die Natur zu erleben, muss man keine weiten Wege gehen. Direkt im Anschluss an die Innenstadt liegt der Schwanenteich von Zwickau. Mit einem Bootsverleih, einer Freilichtbühne und zahlreichen Sitzmöglichkeiten ist dieser Ort vor allem bei Familien und Joggern beliebt, die hier ihre Runden drehen. Aber auch ich könnte mir sehr gut vorstellen, hier am späten Nachmittag auf einer Bank die letzten Sonnenstrahlen abzufangen und mich wahlweise einem Buch oder dem Schreiben zu widmen.

Grad erst angekommen, geht es morgen Nachmittag dann auch schon wieder weiter nach Thüringen, nach Erfurt, in die Heimat. Dieser Kurztrip hat sich jedoch in jeder Hinsicht absolut gelohnt! Ich habe ein wunderschönes Fleckchen Erde gefunden, an das ich mit Sicherheit in Zukunft noch öfter zurückkommen werde. Ein kleines bisschen Idylle in meiner Hektik. Einen Funken Entschleunigung...


Zwigge, du gefällst mir!