Märchen schreibt die Zeit…

Kennt ihr das, wenn man vor Freude geradezu übersprudelt und die ganze Zeit wie angestochen durch die Gegend hüpft, weil man einfach viel zu viel Liebe in sich hat, die irgendwo hin muss? Dieses blöde Dauergrinsen in meinem Gesicht ist mittlerweile beinahe unheimlich. Ich kann es kontrollieren, seit ein paar Stunden... meistens. Jedoch war es gestern nur schwer zu übersehen, dass ich übertrieben glücklich zu sein schien. Und das war ich auch, das war ich wirklich...

Der Umbruch hätte kaum härter sein können. Gerade noch zu Tode betrübt, in Sorge, traurig... und mit einem Mal scheint jeder Unmut wie weggeblasen, völlig vergessen, irrelevant.
Mit jedem Ende kommt ein neuer Anfang - so heißt es doch. Und offenbar stimmt es. Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert, aber in den vergangenen Tagen konnte ich endlich endgültig mit dem abschließen, was mir all die vergangenen Monate so sehr auf der Seele brannte. Wieder Kontakt zu haben war schön für eine Zeit. Aber es hätte niemals auf lange Sicht funktioniert. Der Cut war nötig. Und es war wichtig, dass er von mir kam. Denn jetzt weiß ich, dass ich endlich in der Lage bin, dich loszulassen.
Dass sich das kaum einen Tag später schon so deutlich bemerkbar machen würde, hatte ich allerdings auch nicht vermutet. Es war der besagte Sonntag, der Tag des "ersten Dates", vor dem ich zugegeben echt ein ganzes bisschen Schiss hatte. Selten habe ich mich vor einem Treffen so unsicher gefühlt. Nicht des Treffens wegen, sondern viel mehr mir selbst gegenüber. Ich war mir bis zur letzten Minute nicht sicher, ob ich bereit dafür war. Doch ich war es. Und wie...

Es ist lange her, dass ich mich in Gegenwart eines, noch recht fremden, Mannes vom ersten Augenblick an so wohl und sicher gefühlt habe. Aber sein Lächeln zur Begrüßung hat gereicht um all meine Zweifel verschwinden zu lassen. Von diesem Moment an schaute ich nicht mehr zurück. Der Schritt war getan. Ein Schritt hinein in die Welt, die vor mir liegt. In eine Zukunft, die nicht von der Vergangenheit bestimmt und überschattet wird.
Ich war bereit. Und wer weiß, was daraus wird...

Nach all dem Auf und Ab, dem Gefühlschaos der letzten Zeit, war es schön, endlich mal wieder unvoreingenommen in ein Treffen zu gehen und einfach den Dingen ihren Lauf zu lassen. Einfach kennen lernen und sehen wohin der Weg führt. Es ist unglaublich selten in unserer Generation, dass man sich tatsächlich erst mal kennen lernt, bevor mehr passiert. In der Regel ist es ja sogar eher andersrum. Erst kommt man sich näher, dann ins Gespräch. Die Prioritäten liegen selten auf dem, was eine Grundlage für eine zwischenmenschliche Basis schaffen könnte. Es scheint gesellschaftlich akzeptiert zu sein, also schwimmt man irgendwann einfach mit dem Strom. Nicht, dass es mich in letzter Zeit gestört hätte - es war meist ganz gut nicht zu viel voneinander zu wissen, sondern einfach im Hier und Jetzt auszuleben, was man hatte. Doch aus sowas entsteht nichts. Und ich hatte das Glück, dass keiner von denen, die mich in den vergangenen Monaten "über Wasser hielten", am Ende auch charakterlich der Typ Mensch war, mit dem ich eine tiefergreifende Basis schaffen wollte. Es war alles nur so "nebenbei"... was mich natürlich keinesfalls davon abhielt, mir den Kopf darüber zu zerbrechen und in dem ein oder anderen einsamen Moment das Verlangen nach Nähe mit Gefühlen und Liebe zu verwechseln.

Doch dank der letzten Tage sortiert sich sowohl mein Kopf, als auch mein Herz allmählich. Ich kann noch lange nicht klar denken, aber es fällt mir schon bedeutend leichter. Und wenn am Wochenende dann das dritte Date ansteht (ja, das zweite war schon und kam keine 24h nach dem ersten^^), kann ich vielleicht auch ein bisschen besser einordnen, in welche Richtung das Ganze geht. Ich habe jedoch ein gutes Gefühl bei der Sache... 😉