Bem-vindo Lisboa

Welcome to

Lisbon!

Wer behauptet, man könne eine Stadt nicht in 2 Tagen erkunden, der liegt absolut falsch! 
Zwar kann ich kaum leugnen, dass auch mir bei 15-20 km pro Tag am Ende ordentlich die Beine weh taten, jedoch haben wir die wenige Zeit, die uns in Lissabon zur Verfügung stand, immerhin durchaus sinnvoll genutzt!

Lissabon - eine Stadt, die beim ersten Hinhören wohl kaum bei jemandem wirklich große Begeisterung hervorruft. Ein mal da gewesen jedoch, ist es ein Ort, dessen Eindrücke man so schnell definitiv nicht wieder vergisst.
Nur selten trifft man Menschen, die Portugal wirklich zu schätzen wissen und nicht einfach nur als "kleine Schwester Spaniens" abstempeln. Meiner Meinung nach steht Lissabon viel zu sehr im Schatten spanischer Urlaubsorte wie Barcelona oder Mallorca. Dabei ist diese Stadt so einzigartig wie kaum ein anderer Ort auf der Iberischen Halbinsel.

Im Rahmen der Klassenfahrt unserer Berufsschule verschlug es mich nun auch für ein paar Tage in die portugiesische Hauptstadt. 3 Tage Portugal, 2 Tage Lissabon. Straffes Programm, wenn man trotzdem alles sehen will. Und neben dem schon feststehenden Programm gab es natürlich auch noch das ein oder andere, was ich in meiner freien Zeit sehen und unternehmen wollte.

Nachdem wir einen Tag bei 30°C und Sonne und einen weiteren Tag bei 18°C und Wolken in Lissabon verbracht haben, kann ich definitiv sagen, dass jegliches Wetter der Schönheit dieser Stadt keinen Abbruch tut. 

Nach einer ziemlich zähen Anreise begannen wir die Erkundungstour in der Umgebung unseres Hostels mit einem Rundgang vom Campo Pequeno bis zum Parque Eduardo VII, um die Umgebung schon mal ein bisschen kennen zu lernen. Das richtige Programm sollte aber am folgenden Tag starten und bot nach erster Betrachtung ziemlich viel. Vor allem würden wir eine ganze Strecke durch die Gegend laufen. Kaputt vom Flug fielen wir also nach einer kleinen Stärkung und dem ersten Sangria ziemlich schnell ins Bett, um fit für die kommenden Tage zu sein.

Baixa Chiado

Tag 1 begann mit dem altbekannt unspektakulären Hostelfrühstück und einer ordentlichen Portion Sonnencreme. Der Himmel war stahlblau und das Thermometer zeigte angenehme 27°C. Auch wenn das für viele schon zu warm ist - für mich die optimalen Bedingungen für einen erfolgreichen Sightseeing-Tag!

Unser erster Halt war der Praça do Comércio, ein ziemlich eindrucksvoller Platz direkt am Tejo. Von hier aus lies sich schon erahnen, was in den nächsten Stunden auf uns zu kommen würde. Nach einem kurzen Foto Stopp wanderten wir also ein mal quer durch den Stadtteil Alfama, bergauf und bergab, Trepp hoch und Trepp runter, bis schließlich auch der letzte ganz schön ins Schwitzen kam. Wie sich das für eine Klassenfahrt gehört, hielten wir natürlich auch an jedem noch so unbedeutenden Stein an, um dessen historische Bedeutung näher zu inspizieren. So sahen wir unterwegs die Igreja de São Vicente de Fora, die Catedral Sé Patriarcal, das Castelo de São Jorge, was wir dank ziemlich überteuertem Eintrittspreis leider nur von außen betrachten konnten, und beendeten die Vormittagstour schließlich an einem Markt ganz in der Nähe der Igreja de Santa Engrácia

Ziemlich viel Input in so kurzer Zeit. Eine kleine Mittagspause ließen wir uns also nicht nehmen, bevor wir zu unserem ersten selbst gewählten Ziel aufbrachen. Nachdem ich dieses Jahr in Rio de Janeiro schon Höhenluft geschnuppert hatte, wollte ich es mir auch in Lissabon nicht entgehen lassen, der Christusstatue Cristo Rei einen Besuch abzustatten.

Mit der Fähre ging es also vom Cais do Sodré ein mal quer über den Tejo. Auf der anderen Seite angekommen, kommt man innerhalb weniger Minuten mit Bus 101 ganz bequem und nebenbei auch echt günstig hinauf zur Aussichtsplattform. Und da war ich also wieder. 

Grüß Gott, Klappe die Zweite.

Der Ausblick von dort oben ist einmalig. Nicht nur, dass wir das Glück hatten, die Mein Schiff 2 auslaufen zu sehen, es war zudem auch noch traumhaftes Wetter, wodurch wir einen einmaligen Blick über das gesamte Stadtgebiet bekamen. 

Ein kleines Highlight ist außerdem der Blick hinunter auf die Ponte 25 de Abril. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sie beinahe mit der Golden Gate Bridge verwechseln. Auch hier stand also ein intensives Fotoshooting an, bevor es wieder nach unten und auf die andere Seite ging, um den Abend ausklingen zu lassen. 

Food Tipp
Schaut unbedingt einen Abend in der Tapas Bar 47 vorbei - super leckeres Essen, gute Cocktails und spitzen Preis-Leistungs-Verhältnis !!! 

Auch Tag 2 in Lissabon hatte einiges zu bieten. So wanderten wir wieder pünktlich nach dem Frühstück von Baixa Chiado aus am Largo do Carmo und Elevador de Santa Justa vorbei zu dem ein oder anderen Aussichtspunkt, der erstaunlicherweise trotz bewölkten 18°C noch wirklich schöne Blicke auf die Stadt zuließ. Als sich dann gegen Nachmittag allmählich die Sonne zeigte, ging es für uns raus aus dem Stadtzentrum zu einem Ort etwas außerhalb.

Der wohl prachtvollste Stadtteil Lissabons ist Belém. Neben dem Torre de Belém, vor dem ich so wundervoll in der Luft schwebe, dem Padrão dos Descobrimentos, einem Seefahrerdenkmal und dem Mosteiro dos Jerónimos, ein Kloster, dass eher einem riesigen Palast gleicht, bietet dieser Teil Lissabons noch zahlreiche weitere Sehenswürdigkeiten und wäre schon allein genug um einen ganzen Tag zu füllen. 

Wir haben uns auch hier aus Zeitgründen für die Speed-Sightseeing-Variante entschieden, jedoch viele Eindrücke mitgenommen und definitiv die wenigen Sonnenstunden des Tages ausgenutzt.

Belém

Mosteiro dos Jerónimos 

Zurück im Zentrum Lissabons brachen nun endgültig die letzten Stunden an. Nach einer kurzen Verschnaufpause zog es uns noch ein letztes Mal hinunter zum Hafen, um den Mercado da Ribeira samt Time Out Market Lisboa zu besuchen, eine Kleinigkeit zu essen und anschließend zum Sonnenuntergang rauf zum Miradouro da Graça zu wandern.

Nun ja, so ganz lief das nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Angefangen damit, dass wir tatsächlich ein wenig spät dran waren und dem Markt nur noch beim Schließen zuschauen konnten. Der Time Out Market jedoch ist bis spät in den Abend hinein geöffnet und lud uns zur Entschädigung auf das beste Glas Sangria ein, das ich jemals getrunken habe. 

Nun war es jedoch auch schon bald Zeit den Weg zum Aussichtspunkt anzutreten, wenn wir es noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang schaffen wollten. 
Ein letztes Mal stiegen wir also Treppen. Oben angekommen war mir jedoch sofort klar, dass sich dieser Geheimtipp absolut bezahlt machen würde. 

Das Timing war perfekt! 

Ich habe selten einen so schönen Ausblick über eine Stadt gehabt. Der Sonnenuntergang tauchte Lissabon nun noch in sanftes oranges Licht und sorgte somit für einen Moment, der mir wohl noch ewig in Erinnerung bleiben wird. 

Ich bin ja wirklich kritisch, wenn es um Städte von oben geht. Aber Lissabon sieht wirklich gut aus! Egal von wo man schaut, diese Stadt ist einfach wunderschön. 

Möglicherweise habe ich hier in diesen paar Tagen einen neuen Lieblingsort gefunden. Fest steht, dass ich diese Stadt wohl noch das ein oder andere Mal besuchen werde.

I love you, Lisboa.