Großstadtgedanken

Morgens.
Ich wache auf. Liege im Bett - wer hätte das gedacht.
Oh wow, so viel Platz! Wenn ich mich auf die andere Seite rüber rolle, darf ich dann noch mal 10 Stunden schlafen?
Die nächste halbe Stunde verbringe ich abwechselnd mit der Frage nach dem passenden Frühstück und dem irgendwie fast traurigen Gedanken, dass ich diese geile Wohnung ganz für mich alleine hab.

Am Bahnhof.
Gedränge. Es ist laut. Überall Menschen, die wissen wo sie hin wollen, oder auch nicht. In jedem Fall wollen sie erst mal durch. Ich steh im Weg. Ständig. Alle 5 Minuten kommt eine neue Durchsage. Zug zu spät. Bahn verpasst. Schade...

Im Supermarkt.
Obst. Gemüse. Joghurt. Nudeln. Hab alles! Kaum voll hier, so 8uhr morgens. Ob die Leute alle nichts besseres zu tun haben, so zum Samstag? Und dann auch noch so ordentlich angezogen. Hätte ich so aussehen wollen, hätte ich um 6 aufstehen müssen. Ich ziehe Jogginghose und Uni-Pulli vor...
Ich hole noch Milch und gehe zur Kasse.
"Moin."
"Guten Morgen."
- Kassiererin mustert mich -
"Sie sind nicht von hier, oder?"
"Nein."
Jedes Mal... Bei Penny und Lidl kennen sie mich mittlerweile schon. Die fragen nicht mehr. Konnte die Frau im Rewe ja nicht wissen.

Beim Shoppen.
Oh mein Gott, diesen Laden gibt es hier? Hey schau mal, die haben SALE! Oh wie süüüüß, das muss ich unbedingt anprobieren!!! Nein, eigentlich hab ich kein Geld. Aber wenn man schon mal in Hamburg ist, dann muss man das doch auch nutzen!
"Charly... du wohnst jetzt hier! Du kannst jeden Tag in diesen Laden gehen, wenn du willst."
"Oh."

Bei allem Anderen.
Zu teuer. Zu weit weg. Zu groß. Zu teuer...