Girl Talk – Money, Money!

Geld regiert die Welt. Und mich... ist mir neulich aufgefallen. Noch nie hat dieser Spruch so viel Sinn gemacht.

Das Studentenleben ist mit Sicherheit eine geile Zeit. Und so schön es auch ist relativ frei in den Tag hineinzuleben und endlich auf eigenen Beinen zu stehen, so ernüchternd ist es doch, immer wieder festzustellen, dass man nach wie vor abhängig ist.
Kaum ein Student kann wohl von sich behaupten für seinen gesamten Lebensunterhalt selbst sorgen zu können. Wenn man nicht gerade BAföG bekommt, sind es meist die Eltern, die den wesentlichen Teil finanzieren und dafür sorgen, dass man sowohl ein Dach über dem Kopf, als auch Essen im Kühlschrank hat. Der ein oder andere verdient sich nebenher noch ein bisschen was dazu, aber im Grunde soll man ja eigentlich lernen und irgendwann mal seinen Abschluss machen.

Ich denke gerade an meine Schulzeit zurück. Fast jeden Tag war ich mit meinen Freundinnen nach der Schule in der Stadt unterwegs.
Back-Factory oder BurgerKing, eine große Runde durchs dm und dann sämtliche Klamottenläden ablaufen. Immer und immer wieder. Auch wenn ich mich heute ein wenig frage, wie uns dabei nie langweilig werden konnte (denn so groß ist die Erfurter Innenstadt nun wirklich nicht), so sehne ich mich doch ein wenig danach, einfach mal wieder ungebunden durch die Geschäfte zu bummeln und mir hier und da von meinem Taschengeld was zu gönnen. Früher ging das. Heute nicht mehr...

Was soll ich machen... ich bin nun mal ein Mädchen. Und Shopping zählt da einfach in gewisser Weise als Religion. Frauen eben... Es gibt kaum etwas, das unser Herz höher schlagen lässt, als der Moment, wenn wir mit den brandneuen Schuhen und 10 weiteren Tüten im Gepäck durch die Straßen laufen und nach Schnäppchen und den neusten Trends Ausschau halten. Das liegt uns im Blut. Das macht uns glücklich. In gewisser Weise brauchen wir das sogar hin und wieder.
Was nun aber, wenn man sich dieses kleine Stückchen Himmel auf Erden auf einmal nicht mehr leisten kann? Es ist einfach nicht mehr drin... Vielleicht alle 3 Monate mal ein T-Shirt oder eine neue Hose. Aber auch nur, weil die alte mittlerweile so kaputt ist, dass man sie höchstens noch als Girlande nutzen kann.


- LEBEN ODER ÜBERLEBEN -


Das ist die neue Devise. Für Wünsche und Bedürfnisse ist kein Platz. Oder aber man entscheidet sich aktiv für die neue Jacke, die man schon seit Wochen im Schaufenster anstarrt, isst dafür aber dann eine Woche lang nichts. Muss man auch mal ausprobiert haben. Ist aber auf Dauer eher unpraktisch.


Auf der Suche nach einer Lösung bin ich heute seit langem mal wieder etwas länger in der Drogerie versackt. Okay, ich war über eine Stunde da drin... Zu einer Lösung bin ich nicht gekommen, allerdings ist mir etwas anderes aufgefallen. Ich kann es noch! Mathe mag ich vielleicht verlernt haben, nicht aber das Shoppen. Und auch wenn ich am Ende ohne die große Beute nach Hause gegangen bin - irgendwie war ich ein kleines bisschen glücklicher.


Mal ehrlich Mädels - Wem geht's ähnlich? Klar, davon geht die Welt jetzt nicht unter. Und ich weiß wie gut es uns geht, ich schätze Lebensstandard, den wir eigentlich für selbstverständlich halten. Es ist ganz klar meckern auf viel zu hohem Niveau.
Aber ich kann es mittlerweile kaum noch erwarten endlich einen Abschluss und einen einigermaßen vernünftig bezahlten Job zu haben, unabhängig zu sein und vor allem auch endlich wieder hier und da mal einen Euro übrig zu haben...

2009 - Wir lassen diese wunderschöne Erinnerung jetzt einfach mal unkommentiert im Raum stehen 😀