Schmerzgrenze.


                     Unsicherheit.


meldet er sich, meldet er sich nicht?
war ich ihm jetzt sympatisch?
oder doch nicht?
hab ich zu viel geredet?
hätte ich mehr fragen sollen?

war ich freundlich genug?
oder ZU freundlich?
hab ich was falsches gesagt?
war das jetzt so richtig?
werde ich wenigstens ansatzweise den Erwartungen gerecht?



Früher war ich mir meiner selbst eigentlich immer sehr sicher... Heute bin ich nur noch ein blasser Schatten meines alten Selbstbewusstseins. 

wann habe ich angefangen es anderen recht machen zu wollen?
wann ist diese aufgesetzte Freundlichkeit normal für mich geworden?
wann habe ich angefangen permanent an mir zu zweifeln?

ständige Unsicherheit.


ich merke immer deutlicher, wie mich sehr meine Umgebung verändert.

gerade heute, ein Tag, an dem ich sehr deutlich reflektiert bekommen habe, was ich eigentlich schon wusste, fiel mir wieder auf, wie wenig noch von dem übrig ist, was mich eigentlich ausmacht.


es ist unglaublich anstrengend sich jeden Tag unwohl zu fühlen.
sich permanent zu verstellen.
es ist zum Automatismus geworden.

und am Ende eines jeden Tages frage ich mich erneut:

WARUM ?!


Ich weiß, was ich kann.Ich weiß, worin ich gut bin und was mir Spaß macht.

Und ich weiß, dass ich gerade das ganze Gegenteil davon mache.
und wofür? für eine "Sicherheit", für eine Qualifikation, die das gesellschaftliche System in diesem Land von mir verlangt. man zieht es durch, weil man es muss.
Tag für Tag.

Logisch, dass das von Anderen nicht unbemerkt bleibt. und dieses - völlig berechtigte - Feedback bekommt man dann um die Ohren geknallt. und es schockiert dich nicht mal.

weil du es weißt.

Nach einem Jahr bin ich nun endgültig an dem Punkt angekommen, an dem ich die Notbremse ziehen müsste. Ich kann nicht mehr. 

Es ist Schluss.


Am liebsten möchte ich mich für die nächsten 3 Wochen einfach in meiner Wohnung verbuddeln und jeglichen Kontakt zur Außenwelt cutten.

Einfach raus.
Auszeit.
In die kleine eigene Blase zurückziehen, schreiben und den ganzen Tag mit niemandem reden. Nur ich, meine Gedanken und ein leeres Blatt Papier.