Exploring Sydney

Montag, 21.10.2019

Die Reise beginnt. Mit all meinem Hab und Gut für die nächsten Monate stehe ich am Frankfurter Flughafen und fühle mich schlagartig 7 Jahre in die Vergangenheit zurückversetzt. Irgendwie hatten wir das doch alles schon mal. Damals, am 24.09.2012 als wir genau hier standen und in genau die gleiche Richtung aufbrachen, um uns am anderen Ende der Welt ins Ungewisse zu stürzen.

Damals hieß das Ziel Auckland, Neuseeland.
Heute heißt es Sydney.

Australien - ein Land, 2.2 mal so groß wie ganz Europa und 22 mal so groß wie Deutschland. 

Es gab wohl schon deutlich leichtere Tage als den heutigen. Loszulassen fiel mir schon immer schwer. Und auch wenn ich nach außen ganz gut die Fassung wahren konnte, so fühle ich mich dennoch seit dem Abschied irgendwie unvollständig. In den vergangenen Wochen gab es nur uns beide. Er ist mein Zuhause geworden. Jetzt zu gehen, in dem Wissen, dass ich die nächsten Monate jeden Abend alleine einschlafen werde, ohne einen Blick in seine Augen, ohne die Wärme, wenn er bei mir ist, könnte mir kaum schwerer fallen. Doch auch wenn ich am anderen Ende der Welt bin - mein Herz bleibt bei ihm. 

In aller Herrgottsfrühe brachen wir also auf in Richtung Frankfurt. Unser Flug ging um halb eins. Genug Zeit also um unterwegs noch ausgiebig bei Burger King zu frühstücken, bevor man sich geduldig vor Bad Homburg in den Frankfurter Berufsverkehr einreiht, stetig in der Hoffnung irgendwann anzukommen. Nach 3,5 Stunden endlich am Flughafen angelangt begann erst die Suche nach dem richtigen Check-in und dann nach Krissi. Die musste inzwischen auch schon irgendwo hier rumlaufen. Wer jetzt ein Deja Vu hat - ja, ich fliege schon wieder mit einer Krissi ins Ausland. Wir hatten uns zufällig über eine Australien-Facebookgruppe kennen gelernt und beschlossen zusammen zu fliegen. Da sich im Laufe der Zeit, unter anderem durch endlose Sprachnachrichten, ergeben hat, dass wir uns tatsächlich ganz gut leiden können (ja okay, ich liebe sie 😅💘), wagen wir nun einfach mal den Versuch eine Weile zusammen zu reisen. Mehr als schief gehen kann's ja nicht. Aber ich bin ziemlich guter Dinge, dass wir das schon rocken werden!

Nach ausgiebiger Verabschiedung von allen, die den Weg bis hier hin mit uns gegangen sind, machten wir uns schließlich auf ins Ungewisse. Mal wieder...
Es lagen 21 Stunden Flug und noch mindestens 3 Stunden Flughafenaufenthalt vor uns. Yay!
Man möchte meinen, dass ich das Fliegen mittlerweile gewöhnt bin - dagegen kann ich wohl nichts sagen. Jedoch fällt es auch mir zunehmend schwerer, mehrere Stunden am Stück still zu sitzen, ohne hinterher mit einer Vielzahl an schmerzenden Gelenken aus dem Flieger zu steigen. Dementsprechend nüchtern betrachtete ich die Angelegenheit, ganz im Gegensatz zu meinen beiden Mitreisenden. Inzwischen hatten wir auch Selina eingesammelt, die ebenfalls mit dieser Maschine auf dem Weg nach Australien war und uns die ersten Tage in Sydney begleitet. Ich spiele also mal wieder Mutti für die etwas weniger Auslandserprobten unter uns. Schließlich kenne ich das Prozedere mittlerweile ganz gut.

Der Flug nach Kuala Lumpur schien jedoch endlos. Ich fliege eigentlich sehr gern mit Condor, jedoch muss ich zugeben, dass ich noch nie so ein schlechtes Bord Entertainment gesehen habe. An Schlaf war nach den letzten Tagen nicht zu denken. Zu viel schwirrte mir noch im Kopf herum. Da ich außerdem auch auf Jetlag sehr gut verzichten kann, wollte ich die Reise möglichst wach hinter mich bringen.

So verbrachte ich beinahe 12 Stunden damit Vaiana hoch und runter zu schauen und sämtliche Snacks zu verschlingen, die ich so dabei hatte.

Ein weiterer 8 Stunden Flug von Kuala Lumpur nach Sydney - zwischen schreienden Babys, kotzenden Kindern und definitiv mehr Indern als ich auf einen Schlag aushalte - verging ähnlich schleppend wie der erste. Zwar war das Bordprogramm deutlich besser, jedoch das Essen und der allgemeine Zustand der Maschine auch bedeutend schlechter. Mit einer guten halben Stunde Verspätung rollten wir schließen am Dienstag Abend um 21:00 Uhr in Sydney ein.

Mittwoch, 23.10.2019

Es gibt also tatsächlich Pancakes zum Frühstück in diesem Hostel. 

Nach einer sehr erholsamen ersten Nacht im Mad Monkey Kings Cross Backpackers wurden beim Frühstück im Happy Travels um die Ecke nun also bereits die ersten Pläne geschmiedet. Die Stimmung hätte jedoch nicht gespaltener sein können. Wo ich noch voller Motivation und Vorfreude war, gelassen wie immer, wenn ich den ersten Tag irgendwo bin, schlug mir auf der anderen Seite die geballte Power Heimweh und eine ordentliche Portion "Oh mein Gott, was mach ich überhaupt hier?" entgegen. Da reden nichts half, musste wohl eine ordentliche Portion Sighseeing her!

Nach einer kleinen Organisationstour zum Eröffnen des Bankkontos und dem Beantragen der australischen Steuernummer schleppte ich die Mädels also kurzerhand direkt in die City. Wer ist schließlich nicht auf der Stelle glücklich, wenn er diesen wahnsinns Ausblick auf das Sydney Opera House und die Harbour Bridge hat?! 
Ja, ihr ahnt es... weit gefehlt. Hätte ja klappen können. Ich versteh die ersten Unsicherheiten eines Backpackers ja durchaus, immerhin war ich damals mit 18 ja selbst in dieser Situation. Aber man muss halt auch nicht gleich den Teufel an die Wand malen.

Ich stelle wieder und wieder fest, wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, allein zu reisen. An die Ungebundenheit, das freie Leben. Man muss sich eben nach nichts richten. Und da sich die anderen beiden Mädels mittlerweile wohl ein wenig verbündet haben und einander gefühlt nicht mehr von der Seite weichen, habe ich meine Pläne des eventuellen Gemeinsamreisens mittlerweile eigentlich schon fast wieder in den Wind geschossen und werde wohl mein eigenes Ding machen.

Aber auch ich muss mich wohl erst ein mal darum kümmern, dass ich in naher Zukunft einen Job an Land ziehe, denn auch wenn ich hier alles deutlich entspannter und lockerer angehe, reicht auch mein nicht vorhandenes Vermögen nur eine begrenzte Zeit.

Donnerstag, 24.10.2019

Die Suche nach einem Job ist und bleibt das dominante Thema. Um dieses Drama ein wenig aus dem Kopf zu bekommen, wenngleich auch das nur bedingt funktioniert hat, stand heute ein Trip zum Bondi Beach auf dem Programm. Nach 2 Stunden Sonne liegen und dem ersten Versuch die Füße ins noch ziemlich kalte Wasser zu halten, waren auch tatsächlich alle wieder motiviert. Ich für meinen Teil bin ja schon ein bisschen verliebt in diesen Ort und drauf und dran hier her zu kommen.

Wie wir festgestellt haben, läuft hier gerade auf dem Costal Walk vom Bondi Beach zum Tamarama Beach eine Kunstaustellung, was den sowieso schon wunderschönen Weg entlang der Küste noch ein wenig interessanter gemacht hat. So langsam kam dabei dann auch bei mir die Reiselust wieder auf. 

Seit wir zurück im Hostel sind, dreht sich wieder alles um Jobs. Ein Gedanke nach dem anderen zerschlägt sich - wie das am Anfang eben so ist - und damit haben wohl jetzt wieder alle schlechte Laune. Ich chill immer noch mein Leben und bis sich etwas ergibt, was ich machen möchte, werde ich mir hier noch ein wenig die Gegend anschauen und an der Sommerbräune arbeiten. 

Schließlich haben wir hier jeden Tag gemütlich über 25°c.


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