Changes

Der Sommer ist vorbei. Nicht nur das Wetter geht langsam aber sicher wieder in ein tristes alltagsgrau über, sondern auch die Stimmung. Irgendwie ist jeder zusehends genervter. Ich hingegen mag den Herbst mittlerweile. Es ist die Zeit der kuscheligen Pullover, bunten Blätter und vor allem eine Jahreszeit, in der man den ganzen Tag Tee trinken kann!

Doch dieser Herbst hat für mich auch eine ganz besondere Bedeutung. Es ist der letzte Herbst, den ich ganz sicher in Deutschland verbringen werde. Nachdem ich vor ein paar Tagen erfahren habe, dass meine Ausbildungsverkürzung genehmigt wird und ich schon in 10 Monaten die Abschlussprüfung habe, kann ich nun endlich aufhören zu träumen und anfangen zu planen. Nicht, dass ich das nicht schon längst getan hätte, doch bis jetzt bestand das alles nur aus fixen Ideen, die mal mehr und mal weniger weiter gedacht wurden. Wo ich hin will, steht eigentlich schon fest. Wie lange jedoch, das ist noch völlig offen. 

Es sind noch knapp über 300 Tage, dann ist alles vorbei. Dann habe ich diesen - unbedingt nötigen - Berufsabschluss in der Tasche, niemand kann mehr sagen "Aber du musst doch..." und es gibt endgültig nichts mehr, was mich für längere Zeit an einem Ort halten kann. 

Nichts, außer mir selbst.

Jedes Mal, wenn ich Deutschland für längere Zeit verlassen habe, stellte sich mir die Frage, wie es wohl sein würde, wenn ich eines Tages gehe, ohne ein festes Datum, an dem ich zurück komme. Ohne zu wissen, wann ich das nächste Mal in Deutschland sein würde. Endlich den Weg zu gehen, für den ich gemacht bin. Lange genug habe ich versucht in ein Raster zu passen. Mich dem "typisch deutschen" Bildungsweg anzupassen und zu studieren oder einen Beruf zu lernen. Mich zu entscheiden und diese eine Sache zu finden, mit der ich mein Leben lang Geld verdienen soll. Ich habe es versucht und bin wieder und wieder gescheitert.

Das bin einfach nicht ich.

Ich bin nicht die, die weiß, was sie machen will. Nicht die, die weiß, wo sie hin will oder welcher Weg der richtige ist. Ich bin die Sprunghafte. Die Ungeduldige. Die, die jede fixe Idee in die Tat umsetzen will. Die, die einfach geht, wenn es ihr zu bunt wird. Einfach wo anders einen neuen Job anfängt, wenn sie keine Lust mehr hat. Ich bin die Unstetige. Und das ist gut so.

Ich werde gehen. Und nun weiß ich auch endlich wann.