MSC Preziosa

Welcome to Hamburg! Am Wochenende war es wieder so weit - die Hamburger Cruise Days standen vor der Tür. Ein absolutes Highlight, auch für Kreuzfahrt-Neulinge wie mich.
Und wenn schon ein Mal so viele Schiffe im Hafen liegen, musste ich die Gelegenheit natürlich nutzen und endlich mal einen Fuß auf unbekanntes Terrain setzen! 

Hallo MSC. Hallo Preziosa.

Mit Platz für über 3500 Passagiere ist die MSC Preziosa wahrlich kein kleines Schiff mehr. Mit stattlichen 333m Länge und 18 Decks bietet sie eine Menge zu Entdecken und vor allem die Möglichkeit, sich ungehindert zu verlaufen.

Da es für mich die erste Schiffsbesichtigung war, hatte ich keinen wirklichen Vergleich zu anderen Schiffen. Das alles war neu.

Mein erster Eindruck war natürlich gut - wie war es auch anders zu erwarten. Man kommt in den Hafen und es liegt so ein Riese vor dir. Das ist schon beeindruckend, keine Frage. Doch so groß und weitläufig es auch von außen aussehen mag, innen wandelte sich das Bild ein wenig. Durch sehr dunkle Farbtöne wirkten die Gänge unglaublich eng. Schwarze Wände und dunkelroter Teppich ließen die Wege sehr schmal und vor allem flach erscheinen, man fühlte sich fast schon ein bisschen gefangen, mal abgesehen davon, dass man bei der gedimmten Atmosphäre regelrecht müde wurde. In den großen Räumen besserten sich die Lichtverhältnisse jedoch und durch offene Bereiche, die über mehrere Decks reichten, kam auch das Gefühl von Freiheit wieder zurück. Die Einrichtung war typisch italienisch - so überhaupt nicht mein Geschmack - aber gut abgestimmt.

Direkt zu Anfang hatten wir die Möglichkeit in 2 Kabinen zu schauen und uns ein Bild von der "Wohnsituation" zu machen. Wir besichtigten eine Innenkabine und eine Balkonkabine, wodurch mir erst so richtig bewusst wurde, wie viel Platz die meisten Hotelzimmer eigentlich bieten, die ich bis jetzt immer für recht klein empfand.

MSC PREZIOSA

Wir besichtigten außerdem das Theater, den Yacht Club und die Pool Decks, den Spa Bereich, das Casino und viele weitere Bereiche des Schiffs, sodass ich zwischendurch immer wieder nicht so recht wusste, wo ich mich eigentlich gerade befand. War jetzt in diesem Fall nicht so schlimm, ich musste ja bloß meiner Gruppe hinterher laufen, aber wir waren uns doch alle einig, dass es auf den Decks ein wenig an Ausschilderung und Übersichten mangelt. 

Natürlich durfte bei so einer Besichtigung ein ausgiebiges Testessen nicht fehlen. Im Golden Lobster Restaurant hatten wir die Möglichkeit uns durch die A-la-Carte-Gerichte zu futtern und nebenbei noch ein gut gefülltes Buffet zu genießen. Satt werden konnte man hier definitiv. Zugegebenermaßen war die Kombination aus Bedienung und Buffet ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber es hatte den Charme, dass man sich selbst versorgen konnte, während man auf den nächsten Gang wartete. Das Essen selbst lag leider unter den Erwartungen. Es hat geschmeckt, wenn auch teils eher blass, aber es wurde viel mit Convenience Produkten gearbeitet und auch recht minimalistisch präsentiert. Ohne Buffet satt zu werden stelle ich mir echt schwer vor. Und auch die Servicekräfte im Restaurant schienen mit uns ein wenig überfordert zu sein. Alles in allem kann man sich aber damit arrangieren, auch wenn ich das in meinem Urlaub nicht unbedingt wollen würde. Da hat natürlich jeder seine Vorlieben.. ;D

Gegen Ende der Tour konnten wir uns auch endlich ein wenig an der frischen Luft aufhalten und die Sonne genießen, die sich nach vielen verregneten Tagen endlich mal wieder blicken ließ. Hier fühlte auch ich mich dann wieder pudelwohl. Was geht schon über Sonne und einen Blick aufs Meer...

Und so neigte sich unsere Tour auch langsam dem Ende entgegen. Es war ein bisschen schade, dass unsere Führerin auf viele, teilweise sehr einfache Fragen keine Antwort wusste und auch so ein wenig verloren erschien, aber irgendwie bekam man dann doch immer eine Antwort aus der Gruppe oder von Mitarbeitern. Und im Zweifel können wir ja zum Glück auf die fundierten betriebsinternen Schulungen zurückgreifen. ;D
"Wir" waren übrigens Jan, Nicole, Susann und ich - das Team Kreuzfahrtberater quasi. Alle noch recht neu, aber hoch motiviert. Vielen Dank an dieser Stelle für den lustigen Tag!

"Das Team von Kreuzfahrtberater wünscht Ihnen eine schöne Reise." 

Ich muss tatsächlich sagen, dass ich von vielen Dingen überrascht war, auch wenn uns im Vorfeld schon viel über die Schiffe von MSC bekannt war. Ich habe mich ein bisschen gefühlt, wie in einem türkischen Clubhotel, sowohl vom Ambiente, als auch vom Service. Das ist jetzt nicht unbedingt schlecht, aber in gewisser Weise doch nicht wirklich das, was ich von einem Kreuzfahrtschiff erwartet hatte.

Das Bild von MSC hat sich jedoch voll und ganz bestätigt. Und auch so war es für mich eine spannende Erfahrung mit dringendem Wiederholungsbedarf! Ich habe zwar für mich festgestellt, dass dieses Schiff nicht für meine erste Kreuzfahrt in Frage kommt, aber es hat mir auf jeden Fall geholfen zu sehen, worauf ich Wert lege und welche Voraussetzungen ein Schiff mitbringen muss, damit ich mich wohlfühle. Das Besichtigungsfieber hat mich jedenfalls gepackt! ;D