Alle Jahre wieder...

Der April scheint wirklich nicht so mein Monat zu sein... genau ein Jahr ist es jetzt her, dass ich recht unsanft aus meiner letzten Beziehung geworfen wurde. Der gesamte April des letzten Jahres war geprägt von emotionalen Auf und Ab's, die in der für mich bisher schmerzvollsten Trennung endeten. Und auch dieses Jahr scheint der April es wieder ein wenig auf mich abgesehen zu haben.

Über eine Woche ist es nun her - und doch nach wie vor so präsent wie am ersten Tag. Am Tag nachdem du mir endlich gezeigt hast, was du wirklich von mir denkst. Wer ich für dich bin und war... oder eben auch nicht. Für dich mag es vorbei sein. Durch. Erledigt. Doch mir geistern deine Worte nach wie vor jede Nacht im Kopf herum. Ich habe immer noch täglich vor Augen, wie das alles damals anfing, wie es jetzt abrupt endete und wie wir nun Tag für Tag irgendwie aneinander vorbei leben. Irgendwo zwischen Freundschaft, falschem Lächeln und unsicherem Schweigen.

Dieses Spiel wird Tag für Tag schwerer. Jeden Tag so zu tun, als wäre nie etwas gewesen. Als hätte uns nie etwas verbunden. In deinen Augen zu sehen, dass du das wirklich glaubst. Dass du glaubst, man kann Gefühle einfach so ausradieren. Dass du wirklich denkst, es ist jetzt einfach wieder alles in Ordnung zwischen uns. Als wären wir jetzt einfach Freunde. Ein ganz normales Verhältnis zwischen zwei Menschen, die eben notgedrungen relativ viel Zeit miteinander verbringen und sich damit ganz gut arrangieren.

"So laut, die Stunden nach dem Aufschlag als es galt,
Das alles, zu erfassen und verstehen und es war,
So laut, das alles was wir dachten nichts als Leere zu uns brachte
So laut und so verloren war es hier"
Still - Jupiter Jones

Du magst das vielleicht können, aber ich nicht. Ich halte diese aufgesetzte Freundlichkeit nicht mehr länger aus. Ich kann das nicht mehr! Meine Fassade bröckelt an allen Stellen. So gut es eben ging, habe ich in der vergangenen Woche vermieden, dir in die Augen zu sehen... doch heute musste ich es. Und es tat mehr weh, als ich es für möglich gehalten hätte. Es ist zu viel Wut und vor allem Enttäuschung in mir, als dass ich weiterhin so tun könnte, als wäre alles okay zwischen uns. Ich hab es versucht - für dich. Es war das was du wolltest. Und ich wollte dich. Also hab ich dein Spiel mitgespielt... ohne zu merken, dass ich mich damit nur noch viel mehr verletze... weil ich jetzt den Moment verpasst habe, in dem ich sauer auf dich sein konnte...

Wenn diese Zeit mal endet, bist Du alles was bleibt. Die Erinnerung an die letzten Monate. Und wie es aussieht, trennen sich unsere Wege wohl doch schneller, als gedacht. Und ich werde für immer damit leben müssen, dass ich dir nie gesagt habe, was ich wirklich denke. Dass ich dein Spiel mitgespielt habe und dich glauben lies, es wäre mir genauso egal wie dir...

"And all those things I didn't say
Wrecking balls inside my brain
I will scream them loud tonight
Can you hear my voice this time?"
Fight Song - Rachel Platten

Der Moment wird wohl nie kommen. Zum Reden ist es viel zu spät... und ehrlich gesagt glaube ich auch nicht, dass ein weiteres Gespräch sonderlich anders verlaufen würde, als das letzte... Du redest, ich weine. Du versuchst zu argumentieren, warum ich vorher hätte wissen müssen, dass du ein Arsch bist. Ich glaube nach wie vor, dass irgendwo in dir eine gute Seite steckt. Du bist genervt, weil du mich nicht davon überzeugen kannst, dich zu hassen. Ich verliere wieder... und du ignorierst, dass dieses Gespräch jemals stattgefunden hat.

Ich hasse Dich!
Du hast mich verletzt.
Mir etwas vorgemacht - wenn auch nicht immer.
Du hast mich ausgenutzt - wenn auch mit Ansage.
Es ging dir nie um mich.
Nur um dich und das was du bekommst.
Du bist ein arroganter Idiot.
Ja, bist du.
Weißt du auch...
Ich finde es unmöglich, wie du mit deinen Frauen umgehst.
Vor allem mit der Einen.
Ich würde dir gern nur ein einziges Mal so von oben herab begegnen, wie du es tust.
Ein Mal genauso grundlos ausrasten, wenn mir jemand die Wahrheit sagt, die ich nicht hören will.
Ein Mal mit dir tauschen.
Damit du siehst, wie ich dich sehe.
Wie traurig es mich macht, dass du kein bisschen mehr so bist, wie ich anfangs dachte.
Nicht mehr die starke Autorität, die du warst, als ich dich kennenlernte.
Sondern nur noch jemand, vor dem ich mittlerweile jeglichen Respekt verloren habe.
Jemand, der mir leid tut.
Nur ein Mal möchte ich, dass du an meiner Stelle stehst.
Damit du weißt, wie es ist, jemanden zu lieben, der dir ins Gesicht sagt, dass es ein Fehler war...