Advent, Advent.

Jeder normale Mensch würde sich wohl, wenn er an einem Sonntagmorgen um 6 Uhr recht unsanft aus dem Schlaf gerissen wird, hinterher einfach wieder umdrehen und weiterschlafen. Da dieser Krach-Licht-Rumwirbel-Prozess in meinem Fall aber eine ganze Stunde in Anspruch nahm und leider direkt in meinem Schlafzimmer stattfand, ist irgendwo mittendrin dann auch mein Gehirn aufgewacht. Und ab diesem Moment war eigentlich alles vorbei... Die eine stimme summt den letzten Ohrwurm, die nächste gibt dir eine Review zur kürzlich geschauten Staffel "Sex and the City" und eine weitere schreit ganz laut FRÜÜÜHSTÜÜÜÜÜÜCK!!! Und so begann ich diesen Adventssonntag noch lange bevor die Sonne aufging...

Ich kann Weihnachten nicht sonderlich gut leiden, aber die Adventszeit ist eigentlich immer ganz nett. Normalerweise würde ich wohl den Vormittag mit irgendwelchen Filmen oder Serien verbringen und nachmittags mit meiner Familie auf der Couch sitzen, Wintersport schauen und Plätzchen essen. Die Stimmung kommt durch Kerzen, Räucherstäbchen und Weihnachtstee irgendwann von ganz allein. Nun wohne ich aber "leider" nicht mehr zu Hause. Da mich auch mein Freund heute in unchristlicher Frühe allein gelassen hat und vor dem Abendessen auch nicht wieder auftaucht, schleppe ich mich also mit abwechselnden Schlaf- und Essensphasen durch den Tag und versuche bestmöglich, mein Adventsritual aufrecht zu erhalten. Ich habe nun schon eine halbe Tüte von Muttis Plätzchen vernichtet, eine Kanne Weihnachtstee getrunken und schaue unserem Adventsgesteck beim leuchten zu. Alleine. Irgendwie ganz schön trostlos. Irgendwie ist die schönste Zeit im Jahr für mich wohl irgendwie die einsamste. Am ersten Advent alleine, am zweiten Advent alleine und auch am dritten Advent - ratet mal - alleine. Nachdem ich nun also in meiner Verzweiflung 20min mit meinen Großeltern und eine Stunde mit meinen Eltern telefoniert habe, weiß ich nicht mehr, wem ich sonst noch so auf die Nerven gehen könnte und finde mich langsam damit ab.

So schön es auch ist, wenn man endlich die erste eigene Wohnung bezieht und so gut es sich anfühlt, für alles selbst verantwortlich zu sein und eigene Regeln aufstellen zu können... es kann manchmal auch sehr einsam sein. Ich bin die letzte, die freiwillig für mehr als 2 Tage zur Familie fahren würde, weil ich mich mittlerweile viel zu sehr an meinen eigenen Lebensstil gewöhnt habe, aber an Tagen wie heute wünsche ich mir doch jemanden her, mit dem ich gemeinsam den Adventssonntag verbringen kann.

Ich glaube, ich brauche einen Hund.

Euch allen, die jemanden haben, mit dem sie die Adventszeit verbringen können - genießt es! Und an all die, die auch allein auf der Couch sitzen - macht es euch so schön wie möglich. Wir alle werden mal in der Situation sein, dass wir uns allein fühlen. Aber auch das geht vorbei. Und mal seine Ruhe zu haben ist ja auch ganz schön 🙂