Another Chapter

Der Trend zieht sich wohl auch ins neue Jahr - ich muss mich schon wieder, ziemlich unerwartet und plötzlich, von etwas verabschieden, dass in den vergangenen Monaten zu einem kleinen zweiten Zuhause für mich geworden war. Und so richtig verstanden habe ich es auch noch nicht, dass diese Zeit jetzt vorbei ist...

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal an einem Tresen stehen und tatsächlich Spaß daran haben würde. Aber die vergangenen 5 Monate haben mich eines Besseren belehrt. Gerade in den letzten Wochen war es mehr als nur ein Job. Es war viel mehr ein Hobby, etwas das mir Halt gegeben hat, in einer Zeit, in der privat so vieles völlig schief gelaufen ist. Es war mein Ausgleich.

Eine zweite Familie...

Ich werde zwar wohl nie wirklich in der Lage sein einen halbwegs vernünftigen Cocktail zu mixen, den man auch als solchen erkennt, aber immerhin weiß ich jetzt, dass Korn und Mexikaner tatsächlich gesellschaftlich anerkannte Getränke sind und Jägermeister-Maracuja die Lösung für so ziemlich alle Probleme sein kann.

Ich durfte viele unglaublich geile Wochenenden mit dem besten Team verbringen, das man sich nur wünschen könnte. Und jeder Einzelne von euch wird mir wahnsinnig fehlen. Aber es gibt wohl Dinge, die man nicht ändern kann. Und gegen so sture Köpfe komme ich einfach beim besten Willen nicht an. Es gibt eben Menschen wie euch, die immer für einen da sind, in jeder Situation Hilfe anbieten und Verständnis zeigen... und dann gibt es Menschen,  die kein offenes Ohr für die Anliegen Ihrer Mitarbeiter haben, aus "Spaß" unnötig provozieren und selbst zum Feiern extra in eine andere Stadt fahren, weil im eigenen Club nicht genug los ist. 

Normalerweise müsste ich diese Dinge ignorieren und darüber stehen, sie einfach reden lassen und nichts darauf geben. Aber aus meiner aktuellen Lage heraus kann ich das momentan einfach nicht. Ich brauche meine ganze Kraft gerade für andere Dinge. Und es ist schlimm genug, dass sich Andere einen Spaß daraus machen, jemandem weh zu tun, nur weil sie es lustig finden. Dass man zur Zielscheibe wird, weil man einen Menschen liebt. Dass man nur dann normal behandelt wird, wenn keiner zusieht. Dass Ego und Image wichtiger zu sein scheinen, als Loyalität...


Nichts desto trotz werde ich immer positiv auf diese Zeit zurückblicken. Dieser Ort hat mir Kraft gegeben. Motivation für den Alltag, eine neue Aufgabe.
Ich durfte ein spitzen Team kennen lernen, viele coole Leute, die ich nun leider nicht mehr regelmäßig an meinem Tresen begrüßen darf... und auch den ein oder anderen wirklich besonderen Menschen, der mir wohl, egal was war, noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.

Wo es jetzt für mich weitergeht, steht noch nicht fest. 

Aber einfach so aufhören kann und werde ich nicht. 

Die letzten 5 Monate, die mir noch hier oben im Norden bleiben, bis ich wieder in die große weite Welt aufbreche, sollte sich auch ein anderer Tresen finden, an dem ich meine Wochenenden verbringen und ein bisschen Geld für die Reisekasse verdienen kann. Und falls ich nicht irgendwann Hausverbot kriege, weil ich ständig die Tresenkräfte ablenke, werde ich mich auch definitiv das ein oder andere mal blicken lassen und euch gewaltig auf die Nerven gehen! ;)

Und Erkan - das Angebot steht! Ich komm' gern morgens zum Putzen rum, wenn du Hilfe mit den Tresen brauchst. ;)