3 Orte in Tunesien, die man gesehen haben muss

Es ist nicht das erste Mal, dass ich meinen Sommerurlaub in Tunesien verbringe. 6 Mal war ich bereits in diesem Land und habe die verschiedensten Ecken gesehen - nie jedoch aus dieser Perspektive. Bislang hielt ich mich vorwiegend in touristischen Gebieten auf, fernab von dem, was dieses Land ausmacht. Von Kultur und Geschichte hatte ich keine Ahnung.


Für diesen Urlaub hatte ich mir allerdings vorgenommen, einen Blick in das "ursprüngliche Tunesien" zu werfen. Und diese Reise brachte mich an diverse Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten und endlich einen kleinen Einblick in das Land boten, was ich nun schon so oft besucht, jedoch nie wirklich kennen gelernt hatte.

Um die Mentalität dieses Landes zu verstehen, muss man zunächst einen Blick in seine Geschichte werfen. Und wo ginge das besser, als an zwei der bekanntesten historischen Orte Tunesiens!?

El Jem & Kairouan

Der Wecker klingelte an diesem Tag schon um 5:30 Uhr. Kein Mensch versteht, warum man einen Ausflug unbedingt schon halb 7 beginnen muss, aber daran konnte man wohl kaum etwas ändern.

Mit dem Bus ging es dann zunächst erstmal ins Hinterland. Neben einem kleinen Abstecher nach Monastir am Nachmittag standen für den Vormittag das Amphitheater von El Jem und die Stadt Kairouan auf dem Programm. Dank der ein oder anderen Doku und zahlreichen Erwähnungen in Terra X wusste ich zumindest mit den Namen etwas anzufangen und hatte eine leise Ahnung, was da heute auf uns zukommen würde.

Die Sonne stand noch sehr tief an diesem frühen Morgen. Der erste Anblick dieses Ortes hatte somit etwas nahezu magisches. In jedem Fall wirkte es mächtig und ließ erahnen, was für eine Anziehungskraft dieser Ort wohl einmal gehabt haben muss.

Als drittgrößtes Amphitheater des römischen Reiches ist seine Architektur bis heute erstaunlich gut erhalten. Seit vielen Jahren schon gehört dieser Ort zum UNESCO Weltkulturerbe und lockt täglich hunderte Besucher an. Am besten kommt man in den frühen Morgenstunden oder am Abend hier her, so kann man zumindest noch das ein oder andere Foto schießen ;)


Die Stadt Kairouan erreichten wir am Mittag. Über diesen Ort hatte ich tatsächlich schon ziemlich viel gehört und gelesen. Kairouan gilt nach Jerusalem, Mekka und Medina als die viertbedeutendste Stadt des Islam.

Wir besichtigten hier mehrere Orte. Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir jedoch die Große Moschee. Zwar wirkt sie von außen recht unscheinbar und "wenig besonders", betritt man sie jedoch, beeindruckt schon der Vorhof sowohl durch seine Größe, als auch durch die Atmosphäre. Auch wenn Religionen ja nun bekanntlich eher nicht mein Spezialgebiet sind, ziehen mich ins besondere heilige Stätten des Islam immer sehr in ihren Bann. So auch dieses Mal. Wir hatten zum Glück einen sehr ambitionierten Reiseleiter, sodass kein Stein unerklärt blieb und ich mit vielen neuen Eindrücken in die wohl verdiente Mittagspause gehen konnte.

Kairouan

Monastir

Am Nachmittag hielten wir schließlich noch für einen kurzen Abstecher in Monastir, der (meiner Meinung nach) schönsten Stadt Tunesiens. Hier könnte ich mit tatsächlich vorstellen eine Weile zu leben. Diese Stadt ist kleiner, beinahe gemütlich, und doch ein Ort mit unglaublichen Bauwerken, historischer sowie politischer Bedeutung und ganz nebenbei den coolsten kleinen Cafés!

Dieser Tag war durchaus ereignisreich. Ich habe endlich auch mal einen Blick hinter die Kulissen werfen können und mein Bild von Tunesien hat sich absolut bestätigt. Dieses Land gefällt mir! Besonders Monastir hat es mir angetan und ich bin mir relativ sicher, dass dieses Mal keine 6 Jahre vergehen werden, bis ich zurück komme. Denn mittlerweile hängt ein kleines Stück meines Herzens hier nicht nur an den Freunden, die ich hier habe, sondern auch an diesem Land selbst. Irgendetwas in mir gehört wohl einfach hier her...